Sa, 18. November 2017

Neue Positionen

23.11.2016 20:41

Weichgespülter Trump erzürnt seine Hardcore-Fans

Ein sichtlich weichgespülter Donald Trump hat bei seinem ersten Interview für die liberale Zeitung "New York Times" ganz neue Positionen zu Themen wie Folter, Klimawandel oder seine Ex-Konkurrentin Clinton geäußert. Im Internet wird er dafür von seinen Hardcore-Fans wüst beschimpft.

Im Wahlkampf hatte Trump Medien wie die "New York Times" noch als "Lügenpresse" abgestempelt, bei seinem jüngsten Auftritt in der Redaktion der Zeitung hingegen gab er sich auffallend versöhnlich. Und seine neuen Ansichten ließen aufhorchen.

Zum vom Menschen herbeigeführten Klimawandel, den Trump im Wahlkampf stets als "Erfindung der Chinesen" abgestempelt hatte, die den USA damit schaden wollten, erklärte er nun: "Ich glaube, es gibt eine gewisse Verbindung. Ein wenig, etwas. Es hängt viel davon ab, wie viel." Und aus dem Weltklimavertrag von Paris will er plötzlich nicht mehr aussteigen, sondern "offen" an das Thema herangehen.

"Ich will die Clintons nicht verletzen"
Auch seine Ansage, Sonderermittler gegen Hillary Clinton einsetzen zu wollen, um sie hinter Gitter zu bringen, zog er zurück. "Ich will die Clintons nicht verletzen, wirklich nicht. Sie haben viel durchgemacht und auch viel gelitten."

Und auch zur Folter von Terrorverdächtigen, die er im Wahlkampf noch für ein taugliches Mittel hielt, hat Trump seine Meinung geändert. Sein Vertrauter und möglicher Verteidigungsminister, Ex-General James Mattis, habe ihm erklärt, dass Folter "nie besonders nützlich" gewesen sei. Ein Bier und eine Schachtel Zigaretten würden bei Verhören viel mehr bringen.

Auf Distanz zu US-Neonazis
Auf US-Neonazis angesprochen, die seinen Wahlsieg mit "Heil Trump"-Rufen feierten (siehe Video), sagte er: "Ich will dieser Gruppe keinen Auftrieb geben, ich will nichts mit ihnen zu tun haben."

Video: Entsetzen über "Heil Trump"-Rufe:

Im Web als Verräter beschimpft
Enttäuschte Hardcore-Fans zogen nach Bekanntwerden seiner Aussagen im Internet über Trump her. Sie beschimpften ihn als "Betrüger", der seine Wahlkampfversprechen gebrochen habe, als Mann, der nicht anders sei "als der Sumpf, den er trockenlegen wollte", als "Verräter". Ein ultrakonservativer Radiomoderator meinte auf seiner Facebook-Seite zu Trump: "Du hast gerade mir und unzähligen anderen ins Gesicht gespuckt!"

Werden frühere Kritiker ins Kabinett geholt?
Auch dass offenbar zwei frühere Rivalen in Trumps Kabinett geholt werden, muss wohl als Signal des designierter US-Staatschefs interpretiert werden, dass er zur Zusammenarbeit mit moderaten Kräften bereit ist. Konkret geht es um die Gouverneurin von South Carloina, Nikki Haley, und Ben Carson, einen ehemaligen Mitbewerber der Republikaner für das Amt des Präsidenten. "Gouverneurin Haley hat bewiesen, dass sie Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund und ihrer Parteizugehörigkeit zusammenbringen kann", hieß es in einer offiziellen Erklärung des Milliardärs.

Haley, eine Tochter indischer Einwanderer, hatte sich im Wahlkampf von der aggressiven Rhetorik des rechtspopulistischen Quereinsteigers distanziert. Trump wiederum hatte der Gouverneurin damals vorgerworfen, nicht rigoros genug gegen die illegale Einwanderung vorzugehen.

Carson wurde der Posten des Ministers für Wohnungsbau und Stadtentwicklung angeboten. Der 65-jährige Schwarze kündigte an, es werde bald eine Erklärung zu seiner künftigen Rolle abgeben.

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