Sa, 26. Mai 2018

Im Schlaf überrascht

22.11.2016 16:47

Freund der Ex mit Hacke attackiert - 15 Jahre Haft

15 Jahre Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes am Freund seiner Ex-Partnerin: So lautete am Dienstag am Landesgericht Korneuburg das Urteil über einen knapp 43-jährigen Wiener, der seinen Nachfolger im Juni im Schlaf überrascht und mit einer Hacke schwer verletzt hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung nahm Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Nach der Tat im Ferienhaus der 45-Jährigen im Weinviertel, wo er den 41-Jährigen im Bett überraschte, versteckte sich der Täter zunächst, ließ sich dann aber widerstandslos festnehmen. Dem Staatsanwalt zufolge hatte sich der Angeklagte die Hacke aus der Gartenhütte geschnappt, drehte im Schlafzimmer Licht auf, äußerte sinngemäß, jetzt werde abgerechnet, und versetzte dem Opfer drei Hiebe. Dem Attackierten gelang es, aufzustehen, hinauszulaufen und zur Nachbarin zu flüchten.

Freundin im Drogenrausch geschlagen
Zur Lebensgeschichte des Beschuldigten führte der Ankläger aus, dass dieser seit seiner Jugend Cannabis, Heroin und auch reichlich Alkohol konsumierte. Im Drogenrausch soll er seine Lebensgefährtin geschlagen haben, nach der Trennung im Mai 2015 war der Frühpensionist unterstandslos und wohnte in diversen Obdachlosenunterkünften in Wien. Er habe seine Ex-Partnerin mehrfach belästigt, bedroht und verlangt, sie solle ihm den Namen ihres neuen Freundes nennen.

Sein Mandant sei in seiner Kindheit von einer Person zur anderen gereicht worden und habe keine Freunde gehabt, sagte hingegen der Verteidiger. Die langjährige Beziehung sei von permanenten Streitigkeiten und Machtspielchen geprägt gewesen. Zur Tat selbst führte der Anwalt ins Treffen, dass der Angeklagte seinen Nebenbuhler quasi verjagen wollte. "Wenn er ihn umbringen wollen hätte, wozu dreht er dann das Licht auf und spricht ihn an?", betonte der Verteidiger, dass der Mann keinen Tötungsvorsatz gehabt und seinem Opfer einen Ausweg gelassen habe.

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