Mi, 22. November 2017

Ein Prozent pro Jahr

22.11.2016 12:04

Zuwanderung lässt Österreichs Bevölkerung wachsen

Die österreichische Bevölkerung wächst derzeit jährlich um rund ein Prozent. "Grund dafür ist in erster Linie die verstärkte Zuwanderung, wobei ein guter Teil davon derzeit auch auf asylwerbende Personen entfällt", hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Statistik Austria in Wien.

Im Jahr 2015 wurden demnach insgesamt 214.400 Zuwandernde und 101.300 Abwandernde registriert, was einem Wanderungsgewinn von 113.100 Personen entsprach. Der Saldo aus Geburten und Sterbefällen ergab einen geringen Geburtenüberschuss von 1300 Personen. Im Jahresdurchschnitt 2015 betrug die Bevölkerungszahl Österreichs 8,63 Millionen Einwohner. Gegen Ende des Jahres 2020 wird gemäß Vorausschätzung die Neun-Millionen-Marke überschritten. In weiterer Folge sollte Österreich im Jahr 2030 bereits 9,43 Millionen Einwohner zählen, um neun Prozent mehr als 2015.

Während die Bevölkerung laut Statistik Austria in den nächsten Jahrzehnten insgesamt wächst, werden für einzelne Regionen unterschiedliche Entwicklungen erwartet. Wien, Niederösterreich, Burgenland und Tirol werden laut der Prognose ein überdurchschnittlich starkes Bevölkerungswachstum aufweisen, Kärnten hingegen hat langfristig mit Verlusten zu rechnen.

Stärkstes Wachstum mit Abstand in Wien
Wien wird infolge der Zuwanderung das mit Abstand stärkste Bevölkerungswachstum aller Bundesländer haben. 2022 wird die Bevölkerungszahl der Bundeshauptstadt die Zwei-Millionen-Marke überschreiten. Die Bevölkerung wächst von 1,81 Millionen im Jahr 2015 über 2,14 Millionen (plus 18 Prozent) im Jahr 2040 bis 2,28 Millionen (plus 25 Prozent) im Jahr 2080.

Ohne Zuwanderung sinkt Erwerbspotenzial
Ohne Zuwanderung würde das Erwerbspotenzial in ganz Österreich laut Statistik Austria langfristig betrachtet erheblich sinken. Diesem Szenario folgend würden österreichweit im Jahr 2030 nur noch 4,83 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter leben, das entspricht einem beträchtlichen Minus von zehn Prozent gegenüber 2015. Bis 2080 würde die Zahl der Personen im Erwerbsalter um 42 Prozent auf 3,08 Millionen zurückgehen.

Hohe Zuwächse werden für die Altersgruppe der über 65-jährigen Bevölkerung prognostiziert. Seit der Jahrhundertwende treten zahlenmäßig immer stärker besetzte Generationen ins Pensionsalter über. In der jüngeren Vergangenheit waren dies die Geburtsjahrgänge um 1940, in Zukunft werden es die Babyboom-Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre sein. Auch durch Zugewinne bei der Lebenserwartung und das Aussterben der Kriegsgenerationen werden anteilsmäßig mehr Menschen als früher ein höheres Alter erreichen.

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