Mo, 20. November 2017

Experten fordern:

23.11.2016 08:15

Fütterungsverbot für das Wild statt mehr Abschüsse

Der vernichtende Rechnungshofbericht zum Kärntner Jagdgesetz - wir berichteten - hat die Diskussion um Mängel im Jagdwesen wieder angeheizt. Jetzt wird darüber gestritten, ob und wie Wild im Winter noch gefüttert werden darf, wenn der Tierbestand bereits zu hoch ist. Eine natürliche Auslese könnte Abschüsse ersetzen.

Wann und wie soll und darf Wild in Kärnten gefüttert werden? Landwirt Heimo Urbas aus Oberkärnten prangert die riesigen Futtermengen an, die für ein besonders beliebtes Jagdrevier vorbereitet werden. "Unnötig!", findet Urbas. Die Wildschäden sind in Kärnten mit 11,5 Millionen Euro doppelt so hoch wie in anderen Bundesländern. Manche meinen hämisch, Waldbesitzer würden einfach alles Hirsch und Reh in die Hufe schieben.

Füttern für mehr Abschüsse?
Landwirt Heimo Urbas aus Eisentratten sieht das anders: "In manchen Gebieten ist der Wildbestand explodiert. Da steckt oft Absicht dahinter - die Tiere werden massiv gefüttert, damit vor allem Jagdgäste gute und schnelle Abschüsse machen können."

Kein einheitliches Konzept
Das Fütterungsthema ist umstritten. Es gibt in Kärnten kein flächendeckendes Konzept; der Jagdverantwortliche kann selbst entscheiden, ob und wie er die Tiere im Revier versorgt. Theoretisch müsste es im sogenannten Wildökologischen Raumplan festgelegte Fütterungsstandorte geben. Praktisch, so kritisiert der Rechnungshof, hätten Land und Jägerschaft diesen Raumplan aus "Ressourcenmangel" aber nicht gesetzeskonform umgesetzt.

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