Mi, 17. Jänner 2018

Vergewaltigungsopfer

19.11.2016 14:45

"Ich möchte mich bei allen sehr herzlich bedanken"

Heimtückisch überfallen und im Garten eines Wohnhauses in Innsbruck brutal vergewaltigt - neun Monate sind seit dieser grausamen Tat an einer 52-Jährigen vergangen, die "Krone" berichtete. Doch die Zeit hat die Wunden noch nicht geheilt, der Weg zurück ins Leben ist lang. Kraft geben ihr dabei jene Tiroler, die für sie gespendet haben. Bei ihnen will sie sich nun bedanken.

Sie will mit ihrer Geschichte nicht ins Rampenlicht, sie will einfach nur davon erzählen und die Bevölkerung warnen. "Schlimme Vorfälle gelangen nur selten an die Öffentlichkeit. Doch das ist falsch. Die Menschen müssen erfahren, was direkt vor unserer Haustüre passiert", sagt Angelika M. (Name von der Redaktion geändert).

Viele Bekannte und Freunde haben sich von ihr abgewandt

Das bestialische Vorgehen des afghanischen Asylwerbers hat Spuren am Körper und in der Seele der Innsbruckerin hinterlassen. Spuren, die Schritt für Schritt beseitigt werden müssen. "Von jenen Menschen, die meine Geschichte kennen, werde ich oftmals wie eine Aussätzige behandelt. Sogar meine beste Freundin hat sich abgewandt. Und das, obwohl ich nichts getan habe. Das verletzt mich", teilt sie mit.

Ungerechtigkeit und Angst als ständige Begleiter

Hinzu kommen die Ungerechtigkeit sowie die Angst. "Ich habe seither unfassbar viele Probleme. Die angekündigte Unterstützung von Seiten der TGKK blieb zum Beispiel bis heute aus. Probleme, mit denen der Täter bisher in seinem Leben wohl noch nie konfrontiert war. Und ich habe große Angst davor, was passiert, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird. Wer kann mir garantieren, dass er mir und meinen Kindern nichts mehr antun wird? Eben niemand", schildert die 52-Jährige.

"Ich arbeite sehr hart an mir"

Mit diesen Gefühlen muss sie erst lernen, umzugehen. Und das tut sie in ihren Therapiesitzungen. "Noch kann ich nicht ins Berufsleben zurückkehren, doch ich arbeite wirklich hart an mir und gebe nicht auf", stellt sie klar. Viel Geduld ist dafür aber noch nötig. "Laut dem Sachverständigen ist sie für rund ein Jahr arbeitsunfähig. Ob sie sich je ganz erholen wird, ist fraglich", erklärt ihr Anwalt Markus Abwerzger.

Nur wenige Politiker unter den Spendern

Hilfe erhielt sie in den vergangenen Monaten von vielen spendenfreudigen Tirolern. "Die Hilfsbereitschaft hat mich überwältigt und ich möchte mich bei jedem einzelnen sehr herzlich bedanken. Das gibt mir immens viel Kraft", sagt Angelika M. Unter den Spendern befinden sich Politiker - wenn auch nur wenige. "Neben den Freiheitlichen haben noch Helmut Buchacher (SP) und das Netzwerk Tirol hilft mit LH Günther Platter (VP) als Schirmherr gespendet. Das ist enttäuschend, ich hätte mir mehr Einsatz erwartet - vor allem von Soziallandesrätin Christine Baur und den Grünen", sagt Abwerzger.

Keine Reaktion von den Tiroler Sozialen Diensten

Auch die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) haben nicht reagiert. "Und das, obwohl der Täter in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Organisation betreut wurde. Verantwortung wäre hier schon zu übernehmen", ergänzt er.

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