Do, 14. Dezember 2017

Eklat bei Debatte

17.11.2016 22:46

Gadafi-Gelder: Sarkozy verweigert Antwort im TV

Der französische Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy hat bei einer TV-Debatte die Antwort auf die Frage verweigert, ob für seinen Wahlkampf 2007 Gelder vom Regime des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gadafi geflossen seien. "Welche Unwürdigkeit", sagte er am Donnerstagabend in der Runde mit den sechs übrigen Kandidaten der französischen Konservativen für die Präsidentenwahl 2017. Ansonsten blieb er in dieser Frage stumm.

Der Geschäftsmann Ziad Takieddine hatte in einem Interview gesagt, er habe vor rund zehn Jahren Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro in bar an den damaligen Innenminister Sarkozy und seinen Kabinettschef Claude Gueant übergeben. Sarkozy konterte dem Moderator: "Schämen Sie sich nicht, einem Mann Widerhall zu geben, der im Gefängnis war, der unzählige Male wegen Verleumdung verurteilt wurde und der ein Lügner ist?"

Die Aussagen Takieddines sind freilich nur Teil einer ganzen Reihe von Enthüllungen im Bezug auf die mutmaßliche Finanzierung von Sarkozys erstem Präsidentschaftswahlkampf 2006 und 2007 durch libysche Gelder. Bereits Ende September hatte die Enthüllungsplattform "Mediapart" Aufzeichnungen des früheren libyschen Ölministers Shoukri Ghanem veröffentlicht, die den Transfer von insgesamt 6,5 Millionen Euro an Sarkozy belegen sollen. Demnach erhielt Sarkozy Überweisungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro von Gadafis Kabinettschef Bechir Saleh, drei Millionen von dem lange in Österreich lebenden Gadafi-Sohn Saif al-Islam sowie weitere zwei Millionen von Geheimdienstchef Abdallah Senoussi.

Die französische Justiz ermittelt bereits seit Längerem, auch Ghanems Aufzeichnungen liegen ihr vor. Der libysche Ölminister selbst kann deren Authentizität nicht mehr bestätigen: Er ertrank im April 2012 unter mysteriösen Umständen - nur einen Tag nach der Veröffentlichung eines Dokuments, das eine Wahlkampffinanzierung in Höhe von 50 Mllionen Euro vom Gadafi-Clan an Sarkozy belegen soll - in der Donau in Wien.

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