Di, 24. April 2018

Prozess

17.11.2016 16:14

"Er schlug mich wortlos blutig!"

Dieser Prozess gibt Rätsel auf: Denn einerseits ist da ein Angeklagter, der beteuert, das Opfer einer Attacke kaum gekannt, geschweige denn verletzt zu haben. Er hat auch ein wackliges Alibi für den Tatzeitraum. Andererseits beteuert der überfallene Klagenfurter vor Gericht erneut: "Er war’s! Er schlug mich wortlos blutig!

"Das 42-jährige Opfer ist mit Bauprojekten beschäftigt. Der Angeklagte, ein Slowene (48), war für ihn als Subunternehmer tätig. Allerdings hatte man nicht direkt miteinander zu tun. Daher ist unklar, aus welchem Grund der Arbeiter den Chef im Büro mit einer Eisenstange zusammengeschlagen haben könnte. Möglicherweise hatte er dazu einen Auftrag bekommen - von einem Freund, dessen Firma mit dem Klagenfurter wegen Baumängeln bei Wohnblöcken im Clinch liegt. "Es wurde schlecht gearbeitet", sagt das Opfer. "Der Schaden beträgt 400.000 Euro."

Er ist sich sicher, den richtigen Täter identifiziert zu haben. Auch im Gerichtssaal dreht er sich um und schaut den Angeklagten an: "Ich erinnere mich genau.Es war echt schlimm. Er schlug einfach wortlos auf mich ein, 15 Mal oder öfter." Blutüberströmt blieb der Unternehmer zunächst liegen, schleppte sich zur Ehefrau. Die Rettungskette klappte so gut, dass heute zum Glück nur eine kleine Narbe an das Drama erinnert.

"Warum aber belasten Sie meinen Mandaten falsch?", will der Verteidiger wissen. Bei diesem handelt es sich übrigens um Kärntens FP-Klubchef Christian Leyroutz, das Opfer gehört der VP an. "Er war’s!", ist der Polit-Kollege empört.

Es wurde vertagt, um mögliche Alibis - Zeugen und eine Handyauswertung - neu zu überprüfen.

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