Fr, 24. November 2017

Ruttensteiner redet

17.11.2016 07:22

Was sollte das Ganze, Herr Sportdirektor?

Das fade 0:0 gegen die Slowakei - nicht das, was sich die Fans zum Abschluss des Fußballjahres 2016 vorgestellt hatten, passte zum "Seuchenjahr", wie es ÖFB-Präsident Leo Windtner nannte. Sportdirektor Willi Ruttensteiner, der "oberste Fußballer" des Landes, nimmt im Interview mit der "Krone" nicht nur zum Test Stellung. (Im Video oben sehen Sie, wie Teamchef Koller das Jahr 2016 bilanziert).

"Krone": Am Ende pfiffen die Fans, schüttelten viele über die diversen Aufstellungsvarianten von Teamchef Marcel Koller den Kopf - was sollte also das Ganze gegen die Slowakei, Herr Sportdirektor?
Willi Ruttensteiner: Mir ist klar, dass alle zu Beginn immer einen Alaba, Arnautovic oder Dragovic sehen wollen - aber ein Test ist dazu da, um Dinge auszuprobieren.

Gehört da auch dazu, Spieler auf Positionen zu stellen, auf denen Sie im Team sicher nicht spielen werden?
Nochmals: Ein Test ist ein Test. Und für uns war es auch wichtig, die Spieler nach dem Irland-Spiel noch ein paar Tage da zu haben.

Stichwort Irland-Spiel: Wie zufrieden waren Sie damit, was sagen Sie überhaupt zu den bisherigen Leistungen der Mannschaft in der WM-Qualifikation?
Unsere Leistungen waren allgemein sicher besser als jene bei der EURO, in den Lehrgängen wurde und wird gut gearbeitet, mit den Punkten kann man nicht zufrieden sein. Resultate sind nun einmal das Wichtigste, da hinken wir hinterher.

Denkt in solchen Fällen der Sportchef daran, mit dem Teamchef auch über Personelles zu reden - Stichwort Alaba-Position.
Klar reden wir darüber unter vier Augen sehr offen, aber letztendlich macht der Teamchef die Aufstellung, da mische ich mich nicht ein. Mache ich übrigens ebenso wenig bei allen ÖFB-Nachwuchsteams.

Aber Sie wissen schon, dass 2017 ein richtungsweisendes Jahr für den ÖFB ist.
Nicht nur 2017. Jedes Spiel stellt die Weichen neu. Die Pause jetzt ist ganz gut, um den Kopf frei zu bekommen, ich bin überzeugt, dass wir 2017 neu durchstarten.

Was stimmt Sie für diese Aussage optimistisch?
Ich sehe, wie gearbeitet wird, lasse nicht zu, dass jetzt alles schlechtgeredet wird. Marcel Koller und sein Team machen das sehr gut, irgendwann kommt auch das Spielglück zurück.

Und wenn nicht?
Daran denke ich nicht!

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