So, 21. Jänner 2018

Missbrauch in Heimen

16.11.2016 16:33

"Es war ein Paradies für Täter!"

124 schwer traumatisierte Opfer, die in ihrer Kindheit entweder von Primar Franz Wurst missbraucht oder im Landesjugendheim Görtschach misshandelt worden sind, haben vom Land eine "finanzielle Geste" erhalten. Die zuständige Opferschutzkommission wurde nun aber aufgelöst - mehr Geld ist nicht da.

16 Jahre ist es her, dass der Skandal um Kinderpsychiater Franz Wurst aufflog. Jahrzehntelang hatte der Mann - der auch für den Mordauftrag an seiner FrauKERSTIN WASSERMANNverurteilt wurde - seine Pädophilie als "Untersuchungsmethoden" getarnt.

Haupttatorte waren die sogenannte Heilpäd in Klagenfurt sowie das Landesjugendheim Görtschach, wo auch andere massive Übergriffe bekannt geworden sind: Zöglinge wurden geschlagen, gequält, geschändet. "Viele wussten Bescheid. Aber niemand hat geholfen", sagt die Wissenschafterin Ulrike Loch, die sich erstmals mit Wursts Umfeld und den furchtbaren Zuständen in Görtschach auseinandersetzt: "Kärnten war ein Paradies für Täter - weil den Kindern einfach nicht geglaubt wurde."

Und weil die Kontrollmechanismen völlig versagt haben, wie Sozialreferentin Beate Prettner zugibt: "Diese Schicksale machen sehr betroffen. Als Land können wir nur Verantwortung übernehmen und eine finanzielle Geste zeigen." So wurden 124 Fälle von einer Opferschutzkommission untersucht; 119 Opfer - großteils Männer - bekamen für ihr kaum beschreibbares Leid 1,25 Millionen Euro. Die Arbeit dieser Opferschutzkommission wurde inzwischen beendet. "Es melden sich heute noch immer Menschen, die nach Jahrzehnten endlich reden. Leider gibt es für sie keine Entschädigung mehr", bedauert Jugendanwältin Astrid Liebhauser.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden