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20.11.2016 07:01

Mini-Satelliten blicken ins Auge von Hurrikanen

Mit einer Flotte von acht Mini-Satelliten will die US-Weltraumbehörde NASA die Vorhersage gefährlicher tropischer Stürme verbessern. Die Satelliten sollen über den Verlauf und die Intensität von Hurrikanen detaillierter Auskunft geben als bisher möglich - unter anderem, indem sie in das Auge des Sturms sowie durch dessen massive Regenwände hindurchblicken.

Am 12. Dezember soll das Cyclon Global Navigation Satellite System (CYGNNS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) aus an Bord einer "Pegasus XL"-Trägerrakete in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden, kündigte die Raumfahrtbehörde an. "Das ist die allererste Mission dieser Art", sagte Thomas Zurbuchen, NASA-Geschäftsführer für Wissenschaftsmissionen.

Kleine und genaue Beobachter
Die Kleinsatelliten, die nur 30 Kilogramm wiegen und sich auf die Größe eines Schwans entfalten, arbeiten mit direkten und reflektierten GPS-Signalen. Sie können auf diese Art Windgeschwindigkeiten und Wellenhöhen an der Meeresoberfläche messen, die konventionellen Wettersatelliten unter dem dichten Wall aus Starkregen und Gewitterwolken, der sogenannten Augenwand des Sturms, verborgen bleiben.

"Derzeit können wir nicht sehen, was unter dem Regen geschieht", erläuterte der leitende CYGNSS-Forscher Chris Ruf von der University of Michigan in Ann Arbor im Video. "Wir können nur den Wind außerhalb der Sturmzelle messen. Aber wir haben eine Wissenslücke über die Prozesse in der kritischen Augenwand des Sturms. Und diese Lücke werden die CYGNSS-Daten füllen."

32 Windmessungen pro Sekunden
Hinzu kommt: Während ein großer Satellit nur einmal in 24 Stunden an einer Stelle vorbeifliegt, sammeln die auf der Umlaufbahn verteilten Minisatelliten, die mit ausgeklapptem Sonnensegel nur 170 Zentimeter lang sind, dort etwa alle sieben Stunden neue Daten ein. Das erlaubt Neueinschätzungen in kürzeren Zeitabständen. Die gesamte Flotte macht auf ihrem Weg entlang tropischer Breitengrade insgesamt 32 Windmessungen pro Sekunde.

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