Di, 24. April 2018

Haftstrafen verhängt

14.11.2016 16:46

Frauen-Duo importierte kiloweise Drogen

Wie skrupellose Drogendealerinnen sahen die zwei gepflegten jungen Frauen nicht aus, die Montag am Landesgericht angeklagt waren. Doch die Vorwürfe wogen schwer: In hohen Mengen soll die Jüngere (27) Suchtgift aller Art - bis hin zum Heroin - aus Norddeutschland geschmuggelt haben. Mit ihrer erstangeklagten Komplizin (29) erfolgte der teilweise Weiterverkauf in Tirol. Unbedingte Haftstrafen von 3,5 Jahren und 22 Monaten folgten (nichts rechtskräftig).

"Am Anfang habe ich nur beim Ausgehen etwas gekifft", schildert die Oberländer Kellnerin den typischen Beginn der "Drogen-Karriere". Doch dann habe sie die 29-Jährige kennengelernt, die in Bremen mit offensichtlichen Großdealern in Kontakt stand. Bei vier Schmuggelfahrten lieferte die gebürtige Deutsche, die ebenfalls im Oberland lebt, mehr als fünf Kilo Cannabis, fast 9000 Ecstasy-Tabletten, rund einen halben Kilo Heroin, 300 Gramm Kokain und weiteres Suchtgift nach Tirol.

Teil selbst konsumiert

Ihre einheimische Freundin konsumierte einen Teil des importierten Kokains regelmäßig selbst ("bis meine Nasenscheidewand kaputt war"). Vor Gericht versuchte sie, den Vorwurf der Weitergabe kleinzureden: "Herumgerannt, um die Drogen zu verkaufen, bin ich nicht. Und auch Gewinn habe ich keinen gemacht." Dennoch hatte das Duo bald etliche Abnehmer. Bei der Kellnerin verschlang aber auch der Eigenkonsum rund 1700 Euro monatlich, wie der Staatsanwalt vorrechnete. "Ja, meine ganzen Ersparnisse gingen drauf", räumte die 29-Jährige ein. Bei der Verhaftung im Juni war sie selbst schwer abhängig, als Kellnerin gearbeitet hatte sie aber bis zuletzt.

Gesundheitlich erholt

Im Gegensatz zur zuletzt arbeitslosen 29-Jährigen, die ihr Verteidiger als gesundheitliches "Wrack" erlebte. Nach mehrmonatiger U-Haft ohne Drogen machten beide beim Prozess einen unauffälligen Eindruck. Der erschwerende Vorwurf gegen die jungen Frauen, Teil einer kriminellen Vereinigung gewesen zu sein, hielt der Staatsanwalt nicht aufrecht. Dennoch setzte es für die 27-Jährige 3,5 Jahre unbedingte Haft, für die 29-Jährige 22 Monate. Entscheidend waren die enormen Mengen an Suchtgift, da halfen auch die bisherige Unbescholtenheit und (Teil-)Geständnisse nicht mehr.

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