Do, 23. November 2017

Streit um Löhne

14.11.2016 14:46

Lufthansa: Piloten kündigen neue Streiks an

Bei der AUA-Mutter Lufthansa stehen neue Streiks der Piloten an. Die jüngsten Tarifverhandlungen für rund 5400 Piloten der Kerngesellschaft und der Lufthansa-Tochter Germanwings seien laut Gewerkschaft erneut gescheitert. Lufthansa-Kunden müssen sich demnach auf Ausfälle einstellen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigte am Montag "ab sofort" Arbeitskampfmaßnahmen bei Lufthansa und der Frachtsparte Cargo an. Wann und wo genau Ausstände geplant sind, will die Gewerkschaft jeweils 24 Stunden im Voraus mitteilen.

Gewerkschaft: "Lufthansa fuhr Milliardengewinne ein"
Grund für die Streikankündigung sei das Scheitern der jüngsten Verhandlungen über die Vergütung der Piloten, erklärte Gewerkschaftspräsident Ilja Schulz. "Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren" habe es für die Cockpitbesatzungen keine Gehaltsanpassung mehr gegeben, "während Lufthansa im gleichen Zeitraum einen Gewinn von über fünf Milliarden Euro eingefahren hat".

Durch die Inflation sei die Kaufkraft der Piloten-Einkommen deutlich geschrumpft, beklagte die Vereinigung Cockpit. "Reallohnverzicht ist in Zeiten, in denen ein Unternehmen Gewinne schreibt, nicht akzeptabel", erklärte Schulz. Die Lufthansa hatte der VC nach eigenen Angaben am Montagmorgen eine Schlichtung für die Vergütungstarifverträge vorgeschlagen und zwei mögliche Schlichter ins Gespräch gebracht. Doch zu einem solchen Verfahren kommt es nun nicht.

Lufthansa: Bisher schon 13 Streikwellen
Nach bisher 13 Streikwellen ist die Sachlage in dem festgefahrenen Tarifkonflikt komplizierter denn je. Mit der Altersversorgung und den Übergangspensionen sind weitere Tarifthemen ungeklärt. Auch hatten beide Seiten bis jetzt vergeblich versucht, die Arbeitsbedingungen für Piloten bei der Billigtochter Eurowings zu regeln. Ein isolierter Tarifabschluss zu den Gehältern wurde daher schon im Vorfeld als unwahrscheinlich angesehen.

Der alte Vergütungstarifvertrag für die Konzern-Piloten war im Frühjahr 2012 ausgelaufen. Die VC hatte für die zwei darauffolgenden Jahre Forderungen von 5,2 Prozent sowie 4,6 Prozent aufgestellt, die weiter bestehen, und wollte auch über die Folgejahre sprechen. Lufthansa hatte zuletzt im Rahmen einer Gesamtlösung 4,4 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern angeboten.

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