Do, 23. November 2017

Klimawandelfolge

14.11.2016 14:37

Fläche von Salzsee im Iran um 80% geschrumpft

Der Urmia-See im Nordiran war einst der zweitgrößte Salzsee der Welt. Bis vor wenigen Jahren war er mit einer Fläche von knapp 5500 Quadratkilometern zehnmal größer als der Bodensee. Doch in den vergangenen Jahren ist seine Fläche um 80 Prozent geschrumpft. Verantwortlich dafür sind Klimawandel und Wasserverbrauch, zeigt eine Studie des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien.

Bereits in früheren Arbeiten hat IIASA-Forscherin Somayeh Shadkam die Bedrohung des Sees durch die Klimaerwärmung gezeigt und künftige Szenarien des Klimawandels verwendet, um den Wasserzufluss vorherzusagen. In der neuen, im "Journal of Great Lakes Research" veröffentlichen Studie haben die Forscher verschiedene Faktoren wie den Wasserverbrauch unter Verwendung von Daten aus den Jahren 1960 bis 2010 miteinbezogen.

Einfluss des Klimawandels stärker als angenommen
Daraus geht hervor, dass in den 50 beobachteten Jahren der jährliche Wasserfluss in den Urmia-See, der einst 140 Kilometer lang und 55 Kilometer breit war, um 48 Prozent gesunken ist. Dem Modell der Forscher zufolge sind 60 Prozent dieses Rückgangs auf den Klimawandel, etwa Niederschlags- und Temperaturänderungen, zurückzuführen. Die restlichen 40 Prozent gehen auf das Konto eines geänderten Wasserverbrauchs, etwa die Wasserentnahme aus Zuflüssen für die Bewässerung.

Die meisten bisherigen Studien haben den Änderungen im Wasserverbrauch eine dominierende Rolle bei der Austrocknung des Sees zugeschrieben. Angesichts des nun festgestellten großen Anteils der Klimaveränderungen würde ein reduzierter Wasserverbrauch alleine keinen großen Einfluss auf den Wasserstand des Gewässers haben.

"Die Rettung des Urmia-Sees erfordert sowohl nationale Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserwirtschaft als auch internationale Zusammenarbeit beim Thema Klimawandel", wird Shadkam in einer Aussendung des IIASA zitiert.

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