Do, 23. November 2017

Fund in Antiquariat

14.11.2016 13:15

Ersten Textdruck von „Stille Nacht“ entdeckt

Sensationsentdeckung in einem Wiener Antiquariat: Dort hat man im Sommer ein bislang unbekannte Flugschrift mit dem Titel "Vier schöne neue Weihnachts-Lieder" gefunden, in der - auf den nicht nummerierten Seiten 7 und 8 - auch das wohl bekannteste Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht" abgedruckt ist. Es handelt sich dabei um den offenbar ersten Druck des Liedes überhaupt.

Das Titelblatt des Druckwerkes enthält auch Angaben zu seiner Herkunft: "Steyr (Oberösterreich, Anm.), gedruckt und zu haben bei Joseph Greis." Eine Jahreszahl scheint zwar nicht auf, doch dürfte die 10,5 Zentimeter breite und 17 Zentimeter hohe Flugschrift (so bezeichnet man nicht regelmäßig erscheinende Druckwerke mit einem Umfang von mehreren Seiten, Anm.) im Zeitraum zwischen 1825 und 1837 gedruckt worden sein.

Lied wurde vor knapp 200 Jahren uraufgeführt
"Stille Nacht, heilige Nacht" wurde anno 1818 in der St. Nikolaus Kirche in Oberndorf im Flachgau uraufgeführt. Das berühmte Weihnachtslied, das um die ganze Welt ging, wurde mittlerweile in über 300 Sprachen übersetzt und wird heutzutage von rund zwei Milliarden Menschen in aller Welt zur Weihnachtszeit gesungen.

Entstanden ist "Stille Nacht, heilige Nacht" vor 200 Jahren: Der aus Salzburg stammende Hilfspriester und Dichter Joseph Mohr schrieb bereits 1816 in Mariapfarr im Salzburger Lungau im Pfarrhof den Text des Liedes. Als er nach Oberndorf versetzt wurde, lernte er Franz Xaver Gruber kennen, der unweit entfernt in Arnsdorf (Flachgau) Messner, Organist und Lehrer war. Dieser vertonte den Text.

Liedtext spiegelt die Zeit seiner Entstehung wieder
Der Liedtext spiegelt die Zeit, in der er entstand, wieder. 1816 gingen für Salzburg die politisch unsicheren Jahre der Napoleonischen Kriege zu Ende. Dieses Jahr war aber auch das "Jahr ohne Sommer" - es brachte aufgrund eines Vulkanausbruches in Indonesien ein Jahr zuvor Wetterkapriolen, schlechte Ernten und damit Hunger und Not für die Menschen.

Mohr, dem große Volksnähe nachgesagt wird, wusste um die Not der Menschen und ihre Sorgen. Er schrieb daher einen leicht verständlichen Text in deutscher Sprache, der die Menschen ergriff - wohl ein Grund für den weltweiten Erfolg des Liedes.

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