Sa, 18. November 2017

Obama gibt Nachhilfe

15.11.2016 06:23

Trump von Ausmaß an neuen Pflichten „überrascht“

Der Sieg von Donald Trump im Rennen um das Weiße Haus hält die Welt seit einer knappen Woche in Atem. Politiker rund um den Globus harren nun teils sorgenvoll, teils hocherfreut der Dinge, die ab Jänner 2017 aus Washington kommen mögen. Trump und sein Team dürften hingegen in nächster Zeit weniger mit dem Schicksal der USA und dem Rest der Welt als mit sich selbst beschäftigt sein: Laut Insidern habe sich die Fülle von präsidialen Pflichten, die Trump nun erwartet, für ihn als große Überraschung präsentiert.

Trump liege mit seinen Vorbereitungen zum Amtsantritt im kommenden Jänner bereits hinter dem eigenen Zeitplan und lege bei wichtigen Entscheidungen, etwa sein künftiges Team betreffend, ein wesentlich gemächlicheres Tempo als Obama und andere frühere Präsidenten an den Tag, berichtete das "Wall Street Journal".

Trump "wollte es nicht verschreien"
Demnach seien auch Trumps Top-Berater vom Wahlsieg ihres Arbeitgebers überrascht gewesen, hätten sich bis Dienstagabend überhaupt nicht mit Fragen zur Übergangszeit bis zum Amtsantritt beschäftigt. Trump selbst habe es "nicht verschreien wollen", zitierte die Zeitung einen hochrangigen Berater des künftigen Präsidenten.

Das "WSJ" berichtete zudem über ein pikantes Detail aus dem Treffen zwischen Noch-Präsident Barack Obama und seinem Nachfolger, das bislang nicht an die Öffentlichkeit gedrungen war. So schilderten namentlich nicht genannte Mitarbeiter des Weißen Hauses gegenüber der Zeitung, Trump sei bei seinem Termin in Washington vom Ausmaß an Pflichten, die ihn als Staatschef der Vereinigten Staaten erwarten, völlig überrascht gewesen. Zudem sei auch seinen Beratern etwa nicht bekannt gewesen, dass am Ende von Obamas Amtsperiode nahezu alle Posten im West Wing des Weißen Hauses neu besetzt werden müssen.

Trump-Treffen mit Obama im Video: Handshake im Oval Office

Obama will mehr Zeit mit Trump verbringen
Obama habe dem Bericht zufolge bei dem Treffen mit Trump zur Kenntnis nehmen müssen, dass sein Nachfolger "mehr Führung" benötige, um seinen neuen Job im Oval Office antreten zu können. Aus diesem Grund habe Obama beschlossen, mehr Zeit als eigentlich dafür vorgesehen mit Trump zu verbringen. Anders ausgedrückt: Der scheidende Präsident muss seinen Nachfolger an der Hand nehmen, um einen einigermaßen reibungslosen Wechsel an der Spitze der mächtigsten Demokratie der Welt zu gewährleisten.

In Trumps Lager wollte man dies wenig überraschend nicht bestätigen. Darauf angesprochen, sagte Jason Miller, Kommunikationsstratege des Republikaners: "Der Unterschied zwischen dem designierten Präsidenten Trump und einem Politiker ist, dass Trump es sehr schätzt, die richtige Entscheidung zu treffen, nicht die politisch sinnvolle."

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