Mi, 22. November 2017

Gründe noch unklar

11.11.2016 22:49

Türkei: Französischer Journalist festgenommen

Ein französischer Journalist ist am Freitag in der Türkei festgenommen worden. Olivier Bertrand sei während seiner Arbeit in Gaziantep, nahe der Grenze zu Syrien, festgenommen worden, sagte die Chefin der Newsseite lesjours.fr.

Gemeinsam mit Bertrand wurde auch ein Fotograf abgeführt, aber mittlerweile wieder freigelassen. "Es wurden keine Gründe für deren Festnahme genannt", erklärte Roberts.

Staatsführung geht gegen oppositionelle türkische Medien vor
Die türkische Staatsführung geht seit dem gescheiterten Putsch Mitte Juli massiv gegen oppositionelle türkische Medien vor. Am Freitag wurde der Herausgeber der Oppositionszeitung "Cumhuriyet" ("Republik"), Akin Atalay, am Flughafen von Istanbul festgenommen. In der vergangenen Woche wurden neun weitere Mitarbeiter der Zeitung wegen "terroristischer Aktivitäten" inhaftiert.

170 türkische Medien geschlossen, 105 Journalisten festgenommen
Der ehemalige "Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar war nach der Veröffentlichung eines Artikels im Mai 2015 über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an den IS in Syrien unter dem Vorwurf des Geheimnisverrats zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Im Februar wurde er bis zum Berufungsverfahren auf freien Fuß gesetzt. Im Juli verließ Dündar die Türkei und lebt seither in Deutschland. Laut der Türkischen Journalistenvereinigung (TGC) wurden seit dem gescheiterten Putsch 170 türkische Medien geschlossen, 105 Journalisten festgenommen und 777 Presseausweise für ungültig erklärt. Auf einer Skala der Organisation Reporter ohne Grenzen belegt die Türkei bei der Pressefreiheit für das Jahr 2016 den 151. Platz von 180 Ländern.

35.000 Verhaftungen seit Putschversuch
Die Menschenrechtslage im NATO-Mitgliedsland Türkei sorgt seit Wochen für Kritik. So wurden in der vergangenen Woche auch die Chefs der prokurdischen Oppositionspartei HDP verhaftet.Seit dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli haben die türkischen Behörden Repressionsmaßnahmen gegen weite Teile der Gesellschaft ergriffen, darunter das Bildungswesen, die Medien, die Streitkräfte und die Justiz. Rund 35.000 Menschen wurden festgenommen, Zehntausende weitere wurden aus dem Staatsdienst entlassen.

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