So, 17. Dezember 2017

Stau

09.11.2016 18:22

Im Stau-Streit liegen die Nerven liegen blank!

Gemischte Reaktionen nach Polter-Auftritt von Strasser.

Umland-Gemeinden wollen stärker einbezogen werden.

Dass Bürgermeister Johann Strasser kein Mann der leisen Töne ist, ist auch über die Grenzen seiner Gemeinde Eugendorf bestens bekannt. Aber einen Tag nach dem Eklat bei der Sitzung des Regionalverbandes von Stadt und Umlandgemeindenden ist der Ärger schon wieder ein bisschen verraucht. "Ich hab grundsätzlich mit den Beteiligten kein Problem", stellt er gleich gegenüber der "Krone" klar. Und dann sprudelt es aus ihm heraus - der Stau! Die Pendler! Die Hilflosigkeit!

Eklat bei Sitzung des Regionalverbandes
Was war passiert? Am Dienstag präsentierten Stadt, Land und Vertreter des öffentlichen Verkehrs das vergangene Woche beschlossene 3,3 Millionen Euro-Maßnahmenpaket mit zahlreichen Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr. Gleich nach der Präsentation meldet sich Strasser zu Wort - und polterte los! Seit 25 Jahren versuche er bereits für Eugendorf Lösungen zu finden, die Situation sei nach wie vor nicht zufriedenstellend. "Ich mache das nicht mehr mit!" - und verließ demonstrativ die Sitzung vorzeitig.

Innerhalb seiner Regionalverbands-Kollegen ruft der Ausbruch gemischte Gefühle hervor: Während der Bürgermeister von Wals-Siezenheim, Joachim Maislinger, in der Empörungswelle mitschwimmt ("Mit der Zonen-Aufteilung ist keiner zufrieden, die Einzelfahrpreise sind zu teuer!"), zeigt sich Großgmains Bürgermeister Sebastian Schönbuchner darüber enttäuscht, dass er im Vorfeld Details zum Maßnahmenpaket nicht aus erster Hand, sondern aus der Zeitung erfuhr. Eine andere Gruppierung innerhalb der Ortschefs sieht das Ganze weniger aufgeregt. Dazu gehört etwa Grödigs Bürgermeister Richard Hemetsberger: "Hier hat halt jede Gemeinde ihre eigene Sichtweise und Probleme. Normalerweise arbeiten wir aber im Regionalverband sehr gut zusammen."

"Das Paket kostet die Gemeinen keinen Cent!"
Er stehe dem Maßnahmenpaket jedenfalls offen gegenüber - besonders einer Verlängerung der O-Bus Linie 5 nach Grödig. Überrascht zeigte sich jedenfalls Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, Vorsitzender des Regionalverbandes, über den Ausbruch: "Ich kann das ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Das Paket kostet die Umland-Gemeinden keinen Cent und bringt ihnen aber viele Vorteile." Mit Strasser hat er seither nicht mehr gesprochen - der scheint allerdings noch Redebedarf in der Angelegenheit zu haben: "Ich bin jetzt seit 28 Jahren Bürgermeister und habe während meiner Amstzeit acht verschieden Verkehrslandesräte erlebt - das müssen Sie Mal genauso aufschreiben - und immer ist über alles drüber gefahren worden", erklärt er seinen Ausbruch gegenüber der "Krone". Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land und Gemeinden in Verkehrsfragen sei immer mangelhaft gewesen.

"Es hat mir zum Beispiel niemand gesagt, dass die Firma Quehenberger ihr Logistikzentrum von Bergheim nach Steindorf verlegt - das sind über 100 Mitarbeiter plus LKW-Verkehr." Wenn der O-Bus bis nach Eugendorf kommt, dann aber bitte ohne Oberleitung, weil das in ein paar Jahren sowieso überholt sei. Halbherzige Lösungen unterstütze er jedenfalls nicht. Als Friedensangebot hat Verkehrslandesrat Hans Mayr nun angeboten, dass er sich mit den betroffenen Bürgermeistern noch einmal zusammensetzt. Strasser hat bereits eingewilligt.

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