Sa, 21. Oktober 2017

Wiener zur US-Wahl:

09.11.2016 16:14

„Immerhin versteht er sich gut mit Putin“

Wo sich bisher noch alle uneinig waren, hat die Mehrheit nun endgültig entschieden: Donald Trump wird der 45. US-Präsident. Fassungslosigkeit, Empörung und Jubel breiten sich in der gesamten Welt aus. Was sagen die Wiener zum Wahlergebnis? krone.tv hat sich umgehört.

In der Nacht auf Mittwoch setzte sich Trump gegen die Demokratin Hillary Clinton durch. Unmittelbar vor der Wahl war er in vielen Umfragen gleichauf mit Clinton gelegen, dennoch waren die meisten Beobachter von einem Sieg für das Lager der Demokraten ausgegangen. Die Überraschung über den Sieg des Republikaners war entsprechend groß.

"Ein schlechter Tag um Amerikanerin zu sein"
Im Interview mit krone.tv (Video oben) macht sich eine junge amerikanische Studentin Sorgen, dass "sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat nun beide mit Republikanern besetzt sind". Ein republikanischer Präsident in einem sonst von Demokraten besetzten Land hätte nicht genügend Freiheiten, um seinen Willen durchzusetzen. "Das Problem ist aber, dass nun unsere gesamte Politik von Republikanern kontrolliert wird."

"Trump denkt nur an sich selbst"
Eine weitere Amerikanerin ist ebenfalls fassungslos: "Menschen ohne jegliche Bildung realisieren das nicht, dass er nur an sich selbst und die Superreichen denkt." Auch sie macht sich Sorgen über die Folgen, die der Sieg des Republikaners für ihr Land und die amerikanische Bevölkerung haben könnte. "Er hat auch oft genug gesagt, dass er Mexikaner abschieben würde. Das ist einfach nicht richtig. Sie tun sehr viel für unser Land ..."

"Die haben einen Psychopathen gewählt"
Fassungslosigkeit und Angst machen sich nicht nur unter Amerikanern breit, sondern sind auch bei Wienern spürbar. Für einen Befragten wurde ein "Psychopath" ins Amt des US- Präsidenten gewählt. Eine junge Frau betrachtet den Wahlausgang als "ein Armutszeugnis für Amerika". Ein weiterer junger Befragter hat Angst, dass der Sieg Trumps "ein Beispiel setzen wird, dem andere folgen werden".

"Er versteht sich gut mit Putin"
Laut einem weiteren Befragten wird der amerikanische Mittelstand, dem Trump viele Stimmen verdankt, auch von seinem Sieg profitieren: "Er hat ja die ganzen Unzufriedenen. Davon gibt es ja genug in Amerika. Der Mittelstand ist so viel verlorener in Amerika. Darum geht es ja." Zudem würde ihn Trumps Freundlichkeit gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auch positiv stimmen: "Er versteht sich gut mit Putin, soweit ich weiß. Es will keiner Krieg mit den Russen. Ich sicher nicht."

Auch ein prominenter Journalist hat sich unter die Befragten geschlichen: Ex-ORF Moderator Günther Ziesel sieht das Problem darin, dass sich niemand Gedanken gemacht habe, welche Konsequenzen Trumps Sieg auf Europa und Österreich haben könnte. Er hofft, dass Trump von seinen zahlreichen Plänen lediglich die positiven umsetzt. Das wäre laut Ziesel "vielleicht auch ein positiver Aspekt".

Welche wirtschaftlichen und politischen Folgen Trumps Sieg für Amerika und zwangsläufig auch für Europa mit sich bringen wird, kann nur erahnt werden. "Aber hoffentlich ist er ein ordentlicher Mann, der was zustande bringt", so eine ältere Wienerin.

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