Mo, 11. Dezember 2017

Trump-Versprechen

09.11.2016 08:34

Kommt jetzt die große Mauer, für die Mexiko zahlt?

"Ich werde eine große Mauer bauen - und niemand baut Mauern besser als ich. Glauben Sie mir - und ich baue sie sehr kostengünstig. Ich werde eine große, große Mauer an unserer südlichen Grenze bauen - und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen." Dieses Versprechen (Video oben) hat unter anderem den Wahlkampf von Donald Trump geprägt, der nun ins Weiße Haus einziehen wird.

Weite Teile der südlichen Grenze der USA zu Mexiko sind bereits durch meterhohe Stahlzäune gesichert, allerdings strömen dennoch täglich illegale Einwanderer ins Land - sie lassen sich durch Sicherungsmaßnahmen kaum davon abhalten, die Grenze zu überqueren. Auch der nach wie vor blühende Drogenhandel im Grenzgebiet konnte dadurch nicht eingedämmt werden.

"15 Meter hoch und aus wunscherschönem Beton"
Eine "große, große Mauer" entlang der gesamten rund 3000 Kilometer langen Grenze in teils extrem unwegigem Gelände würde zudem zig Milliarden von Dollar verschlingen, der Bau würde jahrelang dauern. Doch Trump, der von einer Höhe von bis zu 15 Metern und "wunderschönem Beton" schwärmte, blieb hart: "Wenn wir keine Grenzen haben, haben wir kein Land. Wir müssen eine Mauer bauen, die illegale Einwanderer aussperrt."

Knapp zwölf Millionen illegale Einwanderer
In den USA leben knapp zwölf Millionen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere, die meisten von ihnen stammen aus Mexiko und anderen mittelamerikanischen Staaten. In den vergangenen Jahren trafen in den USA Zehntausende Menschen aus Guatemala, Honduras und El Salvador ein, darunter auch zahlreiche Minderjährige.

Trump betonte mehrfach, sämtliche illegal eingereisten Migranten deportieren zu wollen. Dafür wären massive Razzien in Restaurants und auf Farmen nötig, in Fabriken und auf Baustellen, außerdem eine immense personelle Aufstockung bei Polizei und Behörden und nicht zuletzt Beförderungsmöglichkeiten für zwölf Millionen Menschen. Das American Action Forum, ein konservativer Washingtoner Think Tank, schätzt die Kosten für Trumps "Rückführungen" auf über 600 Milliarden Dolar.

Mexiko bereitet sich mit Notfallplan vor
Trump hatte auch damit gedroht, ein Handelsabkommen mit Mexiko aufzukündigen. Dort scheint man jedenfalls mit dem Schlimmsten zu rechnen: Wenige Tage vor der US-Wahl hat der Gouverneur der Zentralbank, Augustin Carstens, erklärt, dass Mexiko gegebenenfalls seine Politik "nachjustieren" müsse. "Vorsorgliche Maßnahmen" würden mit dem Finanzministerium für den Fall eines "ungünstigen" Ausgangs der US-Wahl diskutiert.

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