Mi, 24. Jänner 2018

Motorradmesse

08.11.2016 23:27

Die elf wichtigsten Neuheiten der EICMA 2016

Gibt es 2016 so viele Motorradneuheiten, dass man sie auf zwei Messen verteilen muss? Vielleicht. Jedenfalls ist die EICMA, die bis Sonntag in Mailand stattfindet, Teil zwei des Neuheitenfeuerwerks, nach der Kölner Biennal-Messe Intermot im Oktober (zum Nachlesen hier klicken). Hier nun die Essenz aus Mailand.

Motorradfahren wird oft wettbewerbsmäßig betrieben - Motorradbauen manchmal auch. Das zeigt der Bayerisch-italienische Wettstreit um die Carbonherrschaft auf der Rennstrecke. Ducati präsentiert einen Carbon gewordenen Leichtgewichtswahnsinn namens 1299 Superleggera, der praktisch komplett aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff besteht: vorderer Hilfsrahmen mit integriertem Luftfiltergehäuse, Schwinge, Räder, Heckrahmen und Verkleidung. Macht 167 kg! Vollgetankt!

Bei der Leistung wird die Unfassbarkeit dann komplett: Der Superquadro-Zweizylinder bringt 215 PS auf, mit dem mitgelieferten Race Kit (zu dem ein 4 kg leichterer Racing-Auspuff gehört) sogar 220 PS, das maximale Drehmoment erreicht er mit 149 Nm bei 9000 Touren. Der Motor ist Euro-4-konform, das ganze Bike dadurch zulassungsfähig. Beim Preis ist Schluss mit leicht und lustig: 95.000 Euro in Österreich - aber die auf 500 Stück limitierte Kleinserie ist bereits versprochen.

Ebenfalls ein limitiertes Carbon-Rennbike, nach Herstellerangaben das erste mit Carbon-Hauptrahmen, bringt BMW nächstes Jahr im 3. oder 4. Quartal. Auch hier Carbon allüberall, im Gegensatz zur Ducati aber nicht farbig lackiert, sondern als Sichtcarbon eher dick auftragend. Leistungs- und weitere Daten werden noch nicht genannt, man darf davon ausgehen, dass sie sich an der schicken Italienerin orientieren werden.

Ein weiterer Prototyp hat es in die elf wichtigsten Neuheiten geschafft: die KTM 790 Duke. Und zwar, weil sie so ein heißes Schmuckstück ist. Vor allem wegen des mittig nach oben gezogenen Auspuffs, durch den der 800er-Reihen-Zweizylinder (hört, hört!) seine Abgase entsorgt. Sie kommt in zwei Jahren auf den Markt, das Ausstellungsstück soll aber schon sehr nah an der Serie sein, heißt es aus Mattighofen. Spiegel, Licht und Kennzeichenhalter werden mindestens dazukommen, statt der Blende vorne kommt ein Scheinwerfer, wie er neuerdings bei KTM üblich ist. So auch auf der überarbeiteten 1290 Super Duke, die auf 177 PS erstarkt ist und nicht nur eine bessere Elektronik bekommt, sondern auch einen Quickshifter mit Blipper.

Tochter Husqvarna zeigt die Serienmodelle der 401-Straßenversionen Vitpilen und Svartpilen, die technisch auf der KTM 390 Duke basieren, das optisch aber in keiner Weise vermuten lassen. Das Highlight ist aber wiederum ein Prototyp, nämlich die verkleidete Version der 401 Vitpilen, mit dem Beinamen Aero. Das Design ist so unfassbar Husqvarna, dass man sich kaum daran satt sehen kann. Ob und wann Aero kommt? Keine Ahnung. Die beiden nackten werden nicht vor Anfang 2018 ausgeliefert.

Nochmal nach Borgo Panigale. Ducati baut die (bzw. den) Scrambler zur Enduro um und nennt das gute Stück "Desert Sled". Alles höher, mehr Platz drauf und wunderschön, aber natürlich kein Ersatz für eine echte Enduro. Nicht nur, weil die Beine beim Stehend-Fahren nicht angenehm anliegen. Erstaunlich ist, dass Ducati es immer wieder schafft, den Füßen keinen Platz zu lassen. Hallo! Viele Motorradfahrer haben mehr als Schuhgröße 34! Meine rechte Ferse steht jedenfalls auf dem Auspuff, wenn ich den Ballen auf der Raste platziere.

BMW spielt auch ein bisschen Enduro am Retro-Bike und kreuzt die R nineT mit der GS. Heraus kommt die urbanisierte Neuzeit-Version der Ur-G/S. Sie heißt BMW R nineT Urban G/S.

Die Ducati Multistrada 950 ist ihrer großen Schwester wie aus dem Gesicht geschnitten, ist aber leichter und handlicher. Ihr 937 cm³ großer Testastretta-Zweizylinder leistet 113 PS.

Den überhaupt ersten Offroad-Roller zeigt Honda her. Africa Twin meets Integra könnte einen veritablen Krampf bedeuten, aber der X-ADV macht einen ganz coolen Eindruck. Der 745-cm³-Twin bietet 55 PS und ein maximales Drehmoment von 68 Nm, das bei 4750/min anliegt und via Doppelkupplungsgetriebe übertragen wird. Smart Key ist Serie. Die Räder sind 17/15 Zoll (vorn/hinten) groß.

Yamaha hat den TMAX grundlegend überarbeitet und bietet ihn sogar in zwei Sonderausführungen an. Das Topmodell ist mit allen möglichen Schmankerln ausgestattet. Mehr zum Yamaha TMAX erfahren Sie hier!

Die Kawasaki Z900 löst die Z800 ab und untertreibt dabei ein wenig. Ihr sportorientierter Vierzylinder weist einen Hubraum von 948 cm³ auf und leistet 125 PS. Ihr Gewicht beträgt 210 kg. Die Sitzposition ist etwas aufrechter als bei Z1000 und Z800.

Last but not least bringt Moto Guzzi die dritte Generation der V7 auf den Markt, die Moto Guzzi V7 III. Sie ist ein gutes Stück gewachsen und damit praktisch gleich groß wie die V9. Von ihr hat sie zum großen Teil auch den Motor übernommen, der in der V7 aber nur 750 statt 850 cm³ aufweist. Die Leistung stieg von 48 auf 52 PS, das maximale Drehmoment beträgt 60 Nm bei 4900/min.

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