Fr, 24. November 2017

Wohnareal gesperrt

09.11.2016 12:00

Anti-Terror-Einsatz in Wien: Iraker angezeigt

Anti-Terror-Großeinsatz am Dienstag in Wien-Liesing: Eine 27-Jährige hatte die Polizei alarmiert und angegeben, ihr aus dem Irak stammender Lebensgefährte (35) würde einen Terroranschlag planen. Ein Großaufgebot der Exekutive rückte aus und riegelte das Gebiet rund um die Wohnung des Paares in der Khekgasse großräumig ab. Die Polizei nahm den Mann vorübergehend fest, er wurde auf freiem Fuß angezeigt. Aber auch die 27-Jährige selbst wurde angezeigt.

Kurz vor 10 Uhr hatte die Frau, eine gebürtige Oberösterreicherin, den Polizeinotruf gewählt und angegeben, dass ihr Freund - sie hatte ihn gegenüber der Exekutive als syrischen Flüchtling bezeichnet, der Mann ist allerdings Iraker - versucht hätte, sie zu einem Terroranschlag zu überreden. Daraufhin sei sie aus der Wohnung geflüchtet. Die Leitung wurde unterbrochen.

Sondereinheiten im Einsatz
Was folgte, war der Großeinsatz der Polizei. Straßen rund um das Wohnhaus in der Khekgasse Ecke Traubengasse wurden großräumig abgesperrt, auch Rettung, das Landesamt für Verfassungsschutz, die Sondereinheiten WEGA und Cobra sowie ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz.

Verdächtiger ließ sich festnehmen
Die Exekutive nahm Kontakt mit dem vermeintlich Terrorverdächtigen auf. "Gegen Mittag verließ der Mann dann freiwillig das Gebäude", sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Er wurde festgenommen und befragt. Ein Terrorverdacht gegen den irakischen Staatsbürger ergab sich dabei nicht. Auch eine Durchsuchung der Wohnung des 35-Jährigen ergab keine Verdachtsmomente. Er wurde allerdings wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung auf freiem Fuß angezeigt.

Polizei: "Kein Terrorhintergrund"
Hintergrund könnte nach ersten Ermittlungen der Polizei ein Beziehungsstreit gewesen sein. Auch habe die Frau bereits öfters den Notruf verständigt. Vor drei Tagen habe sich das Paar zudem gegenseitig wegen Körperverletzung angezeigt. "Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Terrorhintergrund", konstatierte Eidenberger.

Weil die 27-Jährige den Mann durch ihren Anruf der Gefahr einer behördlichen Verfolgung ausgesetzt hatte, wurde sie wegen Verleumdung angezeigt.

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