Mo, 18. Dezember 2017

Debatte vor Advent

08.11.2016 07:17

Grüne gegen Christbaum: "Unzeitgemäßes Ritual"

Der erste Schnee in höheren Lagen, die ersten Minusgrade in den Städten - in die graue Novemberstimmung mischen sich dieser Tage erste vorweihnachtliche Gefühle. Im deutschen Düsseldorf sind diese heuer jedoch getrübt: Dort ist ein heftiger Streit um die traditionelle Weihnachtstanne vor dem Rathaus entbrannt, ausgelöst von den Grünen.

Die Grünen sitzen in der Ruhr-Metropole als Teil einer Ampelkoalition in der Regierung. Sie bezeichnen es als "unzeitgemäßes Ritual", das weihnachtliche Symbol Jahr für Jahr vor das prächtige Rathaus aus dem 16. Jahrhundert zu stellen. Begründung: Die Bäume würden schlecht behandelt.

Gegen schnelle "Entsorgung", für dauerhafte Pflanzung
Die Partei lehnt es ab, gesunde, jahrzehntelang gewachsene Bäume zu fällen, für wenige Wochen in der Stadt aufzustellen und schließlich zu "entsorgen", berichtete die "Bild" am Dienstag. Stattdessen solle man an einem anderen Ort dauerhaft einen "Stadt-Christbaum" pflanzen.

Video: Christbaum am Rathausplatz ist heuer ein echter Wiener

Die Hoffnung, mit ihren Plänen durchzukommen, liegt für die Grünen in der norwegischen Olympiastadt Lillehammer. Von dort war Düsseldorf in den vergangenen 35 Jahren mit Christbäumen beliefert worden, heuer habe die Stadt "aus Kostengründen" den Tannen-Deal aufgekündigt. Grünen-Fraktionschef Norbert Czerwinski möchte diesen Umstand beim Schopf packen: "Die Chance, sich von diesem unzeitgemäßen Ritual zu trennen, ist jetzt besonders günstig", sagte er gegenüber der "Bild". Nun könne man "etwas wirklich Neues beginnen".

Bürgerinitiative: "Keine toten Bäume schmücken"
Einen Verbündeten haben die Grünen in der Bürgerinitiative "Baumschutzgruppe Düsseldorf" gefunden. "Der Weihnachtsbaum gilt als Symbol des Lebens, deshalb sollten wir keine toten Bäume schmücken", sagt die Sprecherin der Initiative, Andrea Vogelsang. Sie schlägt vor, einen Christbaum ans Rheinufer zu pflanzen und dort jedes Jahr neu zu schmücken.

Zumindest heuer dürfen die Düsseldorfer die Vorweihnachtszeit noch verbringen, wie sie es gewohnt sind: Oberbürgermeister Thomas Geisels (SPD) hat laut "Bild" bereits eine Rathaus-Tanne für 2000 Euro bestellt - wenn auch nicht mehr aus Norwegen, sondern aus der Region.

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