Mo, 20. November 2017

Interesse in China

07.11.2016 17:32

Operationen bei Herzkindern in Linz als Export-Hit

Mit 109 vorgeburtlichen Herz-Operationen ist das Linzer Kepler-Uniklinikum weltweit führend, wird nur von Harvard in Boston übertrumpft. Und dieser Erfolg wird nun sogar zum Export-Hit: Die heimischen Spezialisten führten erstmals einen Eingriff an einem Ungeborenen in China durch.

Normalerweise kommen Schwangere aus ganz Europa für die wichtige Herz-Operation an ihrem Baby nach Linz. Doch in China will man ebenfalls ein Zentrum für vorgeburtliche Herzeingriffe aufbauen, bat deshalb die Uniklinik-Spezialisten Wolfgang Arzt und Gerald Tulzer um ihr Know-how: "Wir führten den ersten pränatalen Eingriff in China durch, mit dem dortigen Team, das wir vorher geschult hatten. Die OP war erfolgreich", berichtet Kinderkardiologe Tulzer.

Der mit seinem Kollegen Arzt im Jahr 2000 erstmals weltweit einen Herzfehler beim Ungeborenen erfolgreich behob - die heute 16-jährige Johanna erfreut sich jetzt bester Gesundheit.

Heuer bereits 18 Eingriffe
Weil durch bessere Untersuchungen in der Schwangerschaft Herzfehler öfter entdeckt werden, steigt auch die Zahl der Operationen: Waren es in den ersten Jahren nur ein bis zwei Eingriffe pro Jahr, waren es heuer schon 18. Bei drei Viertel der operierten Babys kann die lebenswichtige zweite Herzkammer gerettet werden - siehe Interview unten.

"Jedes hundertste Baby ist betroffen"
Der Pränatalmediziner Primar Wolfgang Arzt entscheidet mit einem punktgenauen Nadelstich über die Zukunft von Ungeborenen.

Gar nicht so wenige Kinder kommen mit einem Herzfehler auf die Welt.
Jedes Hundertste. Aber bei weitem nicht alle Herzfehler sind auch korrigierbar, wir behandeln einen Bruchteil.

Und welche?
Eine banale Störung während der Herzentwicklung im Mutterleib kann zu einem komplexen Herzfehler werden. Wir führen eine Nadel ins Herz des Ungeborenen, führen einen Katheder ein. Danach kann die verkümmerte Herzkammer sich noch erholen.

Kann das nicht auch später operiert werden?
Nein, denn nach der Geburt können wir keine neuen Herzmuskelzellen mehr bilden, und das ist entscheidend.

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