Mi, 18. Oktober 2017

Neues aus Hagenberg

06.11.2016 16:52

Ein Trainingsgerät für Kopf-Operationen

Das Computerprogramm zeigt das Innere des Kopfes, man sieht Blutgefäße. "Da ist es", sagt Johannes Dirnberger und zeigt auf das grafisch dargestellte Aneurysma. Mit Physiker Wolfgang Fenz entwickelte der Mühlviertler einen Simulator, der Neurochirurgen das Training für schwierige Eingriffe erleichtert.

Im Softwarepark Hagenberg ist die RISC Software GmbH stationiert. Hier haben auch Johannes Dirnberger und Wolfgang Fenz ihren Arbeitsplatz, die sich mit dem Thema Aneurysma auseinandersetzten. Aneurysmen sind meist sackförmige Erweiterungen von Schlagadern. Reißen sie, drohen  Hirnschäden oder Schlimmeres. Werden sie aber rechtzeitig erkannt, können sie bei Operationen abgeklemmt und so entschärft werden.

"Alles kann trainiert werden"
In diesem Bereich gab es jedoch keine geeigneten Trainingsmöglichkeiten für angehende Neurochirurgen. Das rief die RISC Software mit dem Kepler-Uniklinikum und dem Aesculap-Konzern auf den Plan. In Hagenberg wurde ein Simulator entwickelt, an dem solche Eingriffe an realistischen Situationen geübt werden können. "Vom Öffnen des Schädelknochens bis zum Absetzen des Clips an der Arterie kann alles trainiert werden", erzählen Dirnberger und Fenz, die für  ihr Projekt den Landesinnovationspreis 2016 erhielten.

Ihr "Virtual Aneurysm"  kann den Blutfluss nach der Operation berechnen. Ein Plus, das den kanadischen Simulatorenspezialist OSSim überzeugte. Er kaufte den Mühlviertlern die Lizenz ab, startet 2017 mit der Vermarktung.

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