Sa, 16. Dezember 2017

Geldhahn versiegt

04.11.2016 12:36

Alpenverein kämpft um Förderung für Wege & Hütten

4.000 Kilometer Wanderwege und Steige sowie 50 Hütten betreut der Alpenverein in Salzburg. Österreichweit sind es 26.000 Kilometer und 232 Hütten. Zur Erhaltung und Sanierung dieser Infrastruktur gab es seit 2013 für die Alpinen Vereine insgesamt 3,6 Millionen Euro pro Jahr. Die Förderung läuft nächstes Jahr aus.

"Ohne dieses Geld ginge bei uns nichts mehr. Die Wanderwege und Hütten sind ja unersetzlich für den Tourismus, das alles macht Österreich ja aus", sagt Brigitte Slupetzky, Vorsitzende des Salzburger Alpenvereins.

Sie denkt jetzt schon an die Zukunft, wenn die Förderperiode 2017 ausläuft. Seit 2013 gab es für die Infrastruktur in den Bergen, also Wegeerhaltung und Hüttensanierungen, 3,8 Millionen Euro pro Jahr vom Bund. 2,1 Millionen davon gingen an den Alpenverein, der Rest an die Naturfreunde und so weiter. Das Geld floss hauptsächlich in Material und beauftragte Firmen, denn die Mitglieder des Alpenvereins, - alleine in Salzburg sind es über 43.000 - arbeiten ehrenamtlich. Vorzeigeprojekte bei uns sind zum Beispiel der Neubau der Franz Fischer Hütte im Zederhauser Riedingtal (800.000 Euro), die Sanierung des Weges zur Schwarzenberghütte im Fuscher Käfertal (150.000 Euro) oder die Modernisierung der Warnsdorfer sowie Zittauer Hütte (beide in Krimml). "Es bleibt nichts anderes übrig. Die meisten sind über 100 Jahre alt, daher sind Umweltmaßnahmen nötig, schließlich stehen wir für den Schutz der Berge und es gibt strenge Auflagen", unterstreicht Slupetzky.

Die Landesvorsitzende hofft auf die Unterstützung der Landeshauptleute, um die 3,8 Millionen Euro für den Alpenverein auch nach 2017 zu bekommen. "Wir planen eine Art Leistungsschau, um der Politik zu zeigen, wie nötig dieses Geld ist." Der Regierung soll bewusst werden, was es bedeutet, Infrastruktur in den Bergen zu erhalten. Eine WC-Spülung auf einer Hütte kostet zum Beispiel 5 Euro, 1 kWh Strom 4 Euro, Baukosten sind 2,5 Mal höher als im Tal. Alpenvereinpräsident Andreas Ermacora: "Pflege und Wartung sind arbeits- und kostenintensiv. Ohne die Zuschüsse vom Bund würde es nicht gehen, darum waren wir 2013 auch so dankbar." Nächstes Jahr wird für die Bergfreunde ein spannendes Jahr mit Klinken putzen und viel Überzeugungsarbeit - zusätzlich zu den "normalen", ehrenamtlichen Aufgaben.

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