Mo, 20. November 2017

Entsorgung

04.11.2016 12:20

Note 7: Greenpeace warnt vor Folgen für Umwelt

Was passiert eigentlich mit den 4,3 Millionen produzierten Galaxy Note 7, die Samsung wegen Explosionsgefahr zurückgerufen hat? Eine Entsorgung wäre für den südkoreanischen Elektronikkonzern am einfachsten und kostengünstigten, hätte aber beträchtliche Folgen für die Umwelt, warnt jetzt Greenpeace.

Smartphones steckten nämlich voller wertvoller Metalle, aber auch Chemikalien wie bromierte Flammschutzmittel oder PVC, die nicht einfach in die Umwelt gelangen sollten, so Greenpeace. Berechnungen der Umweltschutzorganisation zufolge sind in den bislang produzierten 4,3 Millionen Galaxy Note 7 über 20 Tonnen Kobalt, mehr als eine Tonne Wolfram, eine Tonne Silber, 100 Kilogramm Gold und zwischen 20 und 60 Kilogramm Palladium verbaut.

"Ressourcenverschwendung sondergleichen"
Sie achtlos wegzuwerfen, wäre auch eine Ressourcenverschwendung sondergleichen: "Um beispielsweise die Menge an Gold zu fördern, die im Galaxy Note 7 verbaut ist, müssen 100.000 Tonnen Erze und Gestein in Minen abgebaut werden - das ist ein Verhältnis von eins zu einer Million pro Kilo Gold. Nicht nur die eingesetzte Energie ist ökologisch problematisch: Um Edelmetalle zu gewinnen, werden außerdem giftige Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid benötigt", erläutert Michael Weiland von Greenpeace.

Fachgerechte Entsorgung teuer und aufwendig
Sämtliche Galaxy Note 7 ordnungsgemäß zu recyceln, wäre für Samsung allerdings teuer und aufwendig. Die Umweltschützer befürchten daher, dass der Konzern die Mobiltelefone - laut Greenpeace immerhin 28 Frachtcontainer an Elektroschrott - deponieren will. "Samsung hat erklärt, die zurückgerufenen Geräte weder zu reparieren, noch aufgearbeitet wieder in den Verkauf zu geben. Eine eindeutige Zusage, dass die Telefone ordnungsgemäß recycelt werden, gibt es bislang aber nicht", krisiert Weiland.

"Wer den Schaden hat, muss den Schrott auch entsorgen"
Der Greenpeace-Experte fordert daher, "zu retten, was zu retten ist: Wer den Schaden hat, muss den Schrott auch (fachgerecht) entsorgen." Weiland appelliert zudem im Sinne der Nachhaltigkeit an die Hersteller, Produkte so zu designen, dass sich Komponenten einfach tauschen lassen: "Das sorgt für längerlebige Geräte - und hätte Samsung in diesem Fall massiv Probleme erspart."

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