Di, 17. Oktober 2017

Hormonelle Störung

04.11.2016 10:11

Studie: Zu wenig Schlaf erhöht Risiko für Diabetes

Lange Abende am Computer oder vor dem Fernseher, aber auch Nachtschichten im Betrieb fördern Übergewicht und die Entwicklung eines Metabolischen Syndroms, das die Vorstufe zu Diabetes (im Volksmund "Zucker") bedeutet. Diese hormonelle Störung könnte nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) durch eine bessere Schlafhygiene vermieden werden.

Ein Metabolisches Syndrom ist für Ärzte leicht zu erkennen. Die Betroffenen sind stark übergewichtig, mit einer bevorzugten Fetteinlagerung am Bauch, haben einen erhöhten Blutdruck, und im Blut steigen die Zucker- und Fettwerte. In Deutschland und wohl auch Österreich weist etwa jeder fünfte Erwachsene diese Kombination auf, die das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht. Als wesentliche Ursachen des Metabolischen Syndroms gelten Bewegungsmangel und Überernährung.

Schlafmangel stört hormonelles Gleichgewicht
Doch weniger bekannt ist, dass auch Schlafmangel das hormonelle Gleichgewicht stören kann. Die Beweislage ist laut Sebastian Schmid von der Medizinischen Universitätsklinik I in Lübeck eindeutig. "Jede Stunde weniger Schlaf pro Tag ist in epidemiologischen Studien mit einer Zunahme von Übergewicht, Typ-2-Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten und einem Bluthochdruck verbunden."

Auch der Zusammenhang zwischen einer verkürzten nächtlichen Schlafdauer und einem erhöhten Sterberisiko gilt als belegt. "Chronischer Schlafmangel kann zu einem früheren Tod führen", sagt Schmid, der Leiter der Endokrinologie, Diabetologie & Internistischen Adipositasmedizin an der deutschen Klinik ist.

Aktivitätsänderung der Belohnungszentren
Den Ursachen sind der deutsche Experte und andere Forscher im Schlaflabor auf den Grund gegangen. Schlafentzug, aber auch eine Störung des normalen Tag-Nacht-Wechsels führen dort schon in wenigen Tagen zu einer hormonellen Störung, die als Insulinresistenz bezeichnet wird. "Die Patienten haben erhöhte Blutzuckerwerte, obwohl sie vermehrt Insulin produzieren", erklärte Schmid. Außerdem verschiebt sich das Gleichgewicht von Hunger regulierenden Hormonen - die Folge ist ein vermehrter Appetit.

Aber auch zu viel Schlaf wurde in mehreren Studien mit ungünstigen Folgen wie Übergewicht und einem höheren Risiko für Diabetes in Zusammenhang gebracht. Das Risiko scheint besonders dann erhöht zu sein, wenn ein Zuviel an Schlaf (d. h. mehr als neun Stunden am Tag) mit wenig Bewegung verbunden ist.

Weltweit sind etwa 415 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Im Vorjahr gab es fünf Millionen Todesfälle wegen Diabetes. Bis 2040 rechnen Fachleute mit mehr als 640 Millionen Menschen, die an Diabetes leiden.

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