Mi, 13. Dezember 2017

Blutbad in Kunduz

03.11.2016 15:15

NATO-Luftschlag in Afghanistan: Zivilisten getötet

Bei einem Luftangriff der NATO in der Provinz Kunduz im Norden Afghanistans sind laut Angaben der afghanischen Behörden mindestens 30 Zivilisten - unter ihnen mehrere Frauen und Kinder - getötet worden. Afghanische Verbände und internationale Truppen hätten gemeinsam einen Einsatz gegen Kämpfer der radikalislamischen Taliban geführt, sagte der Provinzsprecher Mahmud Danish.

Kurz zuvor waren bei einem Anti-Taliban-Einsatz in der Provinz zwei US-Soldaten und drei einheimische Sicherheitskräfte getötet worden. Zwei weitere Soldaten wurden nach Angaben der US-Armee verletzt, als sie versuchten, afghanischen Truppen bei der Räumung eines Taliban-Postens zu helfen. Die Männer seien Teil der NATO-Mission "Resolute Support" gewesen. Sie berät und bildet afghanische Streitkräfte aus, kämpft aber offiziell nicht mehr selbst.

Die NATO-Mission bestätigte über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass das Bündnis Luftangriffe geflogen habe. Angaben über zivile Opfer würden untersucht.

NATO-Luftangriffe werden üblicherweise von den US-Streitkräften durchgeführt. Die USA haben laut Medienberichten in Afghanistan heuer um die 700 Luftangriffe auf Stellungen der Taliban sowie der Terrormiliz IS geflogen. Es gab jüngst zunehmend Berichte über zivile Opfer.

USA helfen "weiterhin unseren afghanischen Partnern"
Der Oberbefehlshaber der US- sowie der NATO-Streitkräfte in Afghanistan, General John W. Nicholson, sagte in der Stellungnahme: "Trotz des heutigen tragischen Vorfalls stehen wir weiter zu unserem Versprechen, unseren afghanischen Partnern bei der Verteidigung ihres Landes zu helfen."

Die Ereignisse zeigen die zunehmende Instabilität in der Provinz Kunduz, nachdem die Taliban Anfang Oktober zum zweiten Mal versucht hatten, die strategisch wichtige Hauptstadt der Provinz einzunehmen. Genau ein Jahr zuvor war es ihnen bei einer Blitzoffensive gelungen, Kunduz vorübergehend einzunehmen. In Kunduz hatte die deutsche Bundeswehr zehn Jahre lang ein Feldlager unterhalten, das 2013 an die afghanischen Sicherheitsbehörden übergeben wurde.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden