So, 22. Oktober 2017

Fataler Akkubrand

02.11.2016 12:26

Hoverboard zerstört Villa: Familie verklagt Amazon

Weil ein via Amazon erstandenes "Hoverboard" durch einen Akkubrand fast ihr gesamtes Hab und Gut inklusive der eine Million US-Dollar teuren Familienresidenz zerstört hat, verklagt eine Familie aus Nashville im US-Bundesstaat Tennessee den Online-Händler auf 30 Millionen Dollar. Da der Hersteller nicht auszuforschen sei, müsse der Verkäufer herhalten, erklärt ihr Anwalt.

Familie Fox hatte den Kindern vor fast einem Jahr auf Amazon ein Hoverboard gekauft und zu Weihnachten geschenkt. Das Elektrofahrzeug ging jedoch schon wenige Tage später beim Aufladen in Flammen auf, zerstörte die Familienvilla inklusive fast allem, was darin war. Der Klageschrift der Familie Fox ist zu entnehmen, dass bei dem Brand die 14 und 16 Jahre alten Kinder beinahe umgekommen wären.

Kinder mussten aus dem Fenster springen
Als es zum Brand kam, hätten sie sich im Obergeschoß aufgehalten und nicht auf normalem Weg entkommen können. Sie schlugen das Fenster ein und sprangen aus dem ersten Stock des Hauses, zogen sich Schnittwunden zu. Der Vater erlitt beim Versuch, die Kinder aufzufangen, Knochenbrüche.

Fast ein Jahr später hat Familie Fox laut "Ars Technica" noch immer keine Gerechtigkeit gefunden. Zunächst wollte die Familie den Hersteller des Hoverboards verklagen. Allerdings war dieser nicht auffindbar. Das vermutlich aus China stammende Unternehmen verfügte zwar über eine US-Adresse. Allerdings handelt es sich wohl nur um einen Postkasten: Jeglicher Versuch, mit dem Hersteller des Hoverboards Kontakt aufzunehmen, scheiterte.

Familie Fox will 30 Millionen von Amazon
Nun wollen Familie Fox und ihr Anwalt Amazon in die Pflicht nehmen und haben eine 30-Millionen-Klage eingebracht. Damit soll nicht nur das eine Million Dollar teure Haus, sondern auch das geschätzte 900.000 Dollar wertvolle Hab und Gut, das sich darin befand, ersetzt werden. Die physischen und psychischen Schmerzen, die der Familie zugefügt wurden, sollen ebenfalls damit abgedeckt werden.

Anwalt Steve Anderson: "Wir untersuchen es seit Monaten, wissen aber bis heute nicht, wer dieses Produkt hergestellt hat und anscheinend weiß auch Amazon das nicht." Das Konsumentenschutzrecht sehe allerdings vor, dass der Verkäufer hafte, wenn der Hersteller eines Produktes nicht auffindbar sei. Das sieht Anderson in diesem Fall als erfüllt, also will man sich bei Amazon schadlos halten.

Hoverboard-Brände waren riesiger Skandal
Die Klage der Familie Fox gegen Amazon ist die späte Folge eines Skandals, der den Online-Riesen im ersten Halbjahr monatelang beutelte. Immer wieder gingen Billig-Hoverboards chinesischer Hersteller, die über Amazon verkauft wurden, in den USA in Flammen auf.

Im Juli rief die US-amerikanische Consumer Product Safety Commission schließlich sogar 500.000 solcher Geräte zurück. Amazon und auch der Einzelhandels-Riese Target nahmen die Fahrzeuge daraufhin aus dem Sortiment. Die Spätfolgen der explodierenden Fahrzeuge verfolgen die Unternehmen jedoch bis heute, wie die Klage der Familie Fox zeigt.

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