So, 19. November 2017

Spinnenexperte:

02.11.2016 12:31

„Sie kommen nicht erst, sondern sind schon da“

Nachdem sich die aus dem Mittelmeerraum stammende Kräuseljagdspinne immer weiter Richtung Norden ausbreitet, nehmen auch die Sichtungen in Österreich zu. Spinnenforscher Christian Komposch wundert das nicht: "Sie kommen nicht erst, sie sind bereits da", sagt er. Die Begeisterung über das zugewanderte Spinnentier, in Fachkreisen Zoropsis spinimana genannt, hält sich bei den meisten naturgemäß in Grenzen.

Vor allem in mehreren Wiener Bezirken sowie in Graz, Innsbruck und Klagenfurt wurden die Spinnen bereits gesichtet. Sie suchen besonders in der kalten Jahreszeit die Wärme von Wohnungen. "Ob Erdgeschoß oder siebenter Stock, für sie alles kein Hindernis", so Komposch gegenüber der "Kleinen Zeitung". Durch ihre Hafthaare an den Füßen können die Spinnen auch glatte Oberflächen hinaufklettern.

Für Menschen ist die Kräuseljagdspinne nicht mehr oder weniger gefährlich als jede andere in Mitteleuropa heimische Spinne. Liegen keine Allergien vor, ist das Gift für den Menschen keinerlei Bedrohung. Wird die Spinne in die Enge getrieben, kann sie zwar zubeißen - doch im unwahrscheinlichen Fall, dass die Klauen sehr großer Exemplare die menschliche Haut durchdringen können, ist der Biss vergleichbar mit einem Mückenstich.

Eher scheu
Generell sind die Tiere eher scheu und verkriechen sich in warmen Ecken von Häusern und Schuppen. Ihre Ausbreitung von Süd- in Richtung Mitteleuropa dürfte auch mit dem Klimawandel zusammenhängen.

Im Web wird derzeit einiges an Wirbel um die mediterranen Achtbeiner gemacht, was wohl einerseits auf ihr Äußeres, andererseits auf die Unkenntnis ihrer Lebensweise zurückzuführen ist. Gefährlich ist sie nur für ihre Beute, kleinere Insekten. Diese fängt die Spinne nicht im Netz, sondern streift in der Nacht umher und erlegt sie per Biss.

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