Mo, 20. November 2017

TV-Meilenstein

02.11.2016 10:12

Happy Birthday, alte Tante: BBC-Fernsehen wird 80

Am 2. November 1936 strahlt die British Broadcasting Company ihre erste TV-Sendung aus - ein Meilenstein in der Geschichte des Fernsehens. Das feiert der Sender, indem er die Show am Mittwoch noch einmal inszeniert - inklusive originalem Studio und Kameratechnik - und sie am Abend auf BBC Four ausstrahlt.

80 Jahre nach der ersten TV-Show ist die BBC mit rund 19.000 Angestellten zu einem der größten internationalen Rundfunkunternehmen geworden. Ihr weltweiter Dienst sendet in 33 Sprachen, hinzukommen internationale Programme wie BBC World News und BBC Prime. 4,1 Milliarden Euro hat der Sender jährlich zur Verfügung, finanziert aus Rundfunkgebühren.

Heute besitzt beinahe jeder Haushalt einen Fernseher - oder mehr. Die Premieren-Sendung vor 80 Jahren war nur in rund 400 britischen Haushalten zu sehen. Die Geräte kosteten damals umgerechnet rund 16.000 Euro. Wer sich das leisten konnte, sah eine Varieté-Show des Duos "Buck and Bubbles" und ostasiatische Artisten, live übertragen aus dem Londoner Studio im Alexandra Palace.

Die Aufnahmen von damals sind bis auf den Beginn verlorengegangen. Darauf zu sehen ist, wie der Regisseur das Go gibt, Daumen hoch, ein Pfiff durch die Trillerpfeife. Männer in Anzügen drücken große Knöpfe und überwachen Kameras, die so groß sind wie ein Rasentraktor. Dann setzt das BBC Television Orchestra zum ersten Takt an, und die Sängerin Adele Dixon eröffnet in einem bodenlangen paillettenbesetzten Kleid mit einem Lied die erste Liveshow im Fernsehen.

Große Herausforderungen
Für die BBC ist das Fernsehenmachen heute - abgesehen von den technischen Möglichkeiten - komplizierter als vor 80 Jahren. Zwar bezeichnet Geschäftsführer Toni Hall die BBC immer noch als "Teil von dem, was Großbritannien ausmacht". Tatsächlich nennen die Briten ihren Sender schmeichelnd die "Old Auntie BBC" - alte Tante BBC.

Doch die BBC hat ihr TV-Monopol längst verloren, sie steht im Wettbewerb mit kommerziellen Sendern um die Gunst der Zuschauer, die ihre Serien online und jederzeit schauen möchten. Zielgruppen lassen sich angesichts globalisierter und heterogener Gesellschaften immer weniger auf ein gemeinsames Programm vereinen.

1936 traute der damalige BBC-Generaldirektor, Sir John Reith, dem Medium Fernsehen nur einen vorübergehenden Erfolg zu. Er lag damit ziemlich falsch. Heute wird das Programm der BBC oft gelobt, nicht nur in Großbritannien. Damit das so bleibt, wird die BBC allerdings beweisen müssen, dass sie nach wie vor immer noch Trends setzen kann.

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