Sa, 16. Dezember 2017

Ahnenforschung

01.11.2016 13:22

Suche nach Vorfahren macht viele süchtig

Opas und Omas, die kennen oder kannten die meisten Oberösterreicher, bei den  Urgroßeltern wird’s oft schon schwierig. Doch die Herkunft zu ergründen, ist derzeit im Trend. Markus Bürscher,  der bei der Katholischen Uni in Linz tätig ist, hat schon viele Stammbäume erforscht: "Ahnenforschung ist im Grunde völlig sinnlos."

Eine gewagte Aussage.
Weil Ahnenforschung Zeit und Geld kostet, aber sie macht oft süchtig. Selbst wenn man einen reichen Ahnen entdeckt, wird man nicht  erben. Man hat nichts davon, außer  Vorfahren zu kennen.

Ist das nicht wichtig?
Nur dann, wenn man nicht stur die Namen sucht, sondern  zu verstehen versucht, wer dahinter steckt. Da ist man plötzlich mitten in der Geschichte - etwa den Wirren der Franzosenzeit oder bei Nöten von Handwerkern, die umherzogen, oder dass Bauernsöhne nur Töchter von großen Bauern heiraten durften, obwohl sie eigentlich die Magd liebten.

Wie geht man vor?
Man trägt alles Wissen zusammen, das in der Familie vorhanden ist. Geburts-, Heirats- und Sterbedaten.  Jede Urkunde, auch der Ahnenpass, ist hilfreich. Letzterer muss skeptisch gesehen werden, es wurde da gerne geschwindelt. Wichtig ist, dass man die Jahre 1938/39 überspringt, ab da sind dann die Trauungsbücher frei zugänglich.

Diese beinhalten Daten, die weiter zurückführen.
In den Heiratsbüchern stehen Geburtsdaten - die stehen im Geburtenbuch, dann stehen dort die Namen der nächsten Generation. Damit geht man wieder ins Heiratsbuch, so geht’s Schritt für Schritt zurück.

Dabei explodiert aber die Zahl der Vorfahren.
In der 13. Generation sind wir jenseits der 8000. Wenn etwa Cousins oder Großcousins heirateten, dann teilen sie sich aber  Groß- oder Urgroßeltern - das nennt man Ahnenschwund, erleichtert aber die Nachforschungen.

Und wo sind die Daten?
Früher musste man von Pfarre zu Pfarre ziehen, heute sind die meisten Matriken eingescannt und gratis online abrufbar. Aber man muss sich schon selbst durchkämpfen, und sollte Kurrent und Handschriften lesen können und sich nicht wundern, dass die Schreibweisen der Namen variieren.

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