Sa, 16. Dezember 2017

Triumph in Linz

29.10.2016 12:37

Gold für Österreich! Buchinger Karate-Champ

Karate trägt in Österreich aktuell weibliche Züge - zumindest am ersten Finaltag bei den 23. Karate-Weltmeisterschaften in Linz ist es so gewesen. Drei Damen standen am Samstag in je einer Medaillen-Entscheidung - Alisa Buchinger holte Gold im Kumite bis 68 Kilogramm, Bettina Plank (-50 kg) zog mit Bronze nach. Die erst 18-jährige Kristin Wieninger schrammte im Kata-Bewerb knapp an einer Medaille vorbei.

Buchinger brachte die gut besuchte TipsArena am frühen Nachmittag zum Beben, als sie im Finale die Dänin Katrine Pedersen überlegen 9:1 besiegte. "Unglaublich, ich kann es noch gar nicht fassen", sagte die Salzburgerin nach ihrem Triumph. Nach 22 Jahren - 1994 holte der Vorarlberger Daniel Devigili in Malaysia Gold in der Kumite-Klasse bis 75 kg - wieder Karate-WM-Gold für Österreich und erstmals für eine Frau. "Es wurde Zeit, die Hymne wieder bei einer WM zu hören", meinte Buchinger, die am Mittwoch ihren 24. Geburtstag feierte, nach der Siegerehrung.

"Heute werden wir noch ordentlich feiern"
Devigili, nun Bundes-Nachwuchstrainer, freute sich wahnsinnig, von Ablöse war keine Rede: "Alisa hat sich zu mir gesellt", grinste er. Für ein kleines Land sei das bemerkenswert. "Heute werden wir noch ordentlich feiern", kündigte er nach dem Sieg seiner engeren Landsfrau Plank im "kleinen Finale" an. Ex-Europameisterin Plank ist auf Plakaten "das Gesicht" dieser WM und musste wie Buchinger mit großem Druck umgehen. Mit der Bronze-Medaille hat sie ihm standgehalten, sie siegte per Schiedsrichterentscheid - nach zwei Minuten war es 0:0 gestanden - gegen Sharmini-Shree Segaran aus Malaysia.

Plank: "Ich brauche Zeit, das zu realisieren"
Rot-weiß-rote "Betti"-Schilder, Sprechchöre und Applaus hatten die zierliche Athletin unterstützt. "Ich brauche Zeit, das zu realisieren", war die 24-Jährige überwältigt. "Die WM bringt viel Aufmerksamkeit für unseren Sport. Es ist schön, das zu erleben", sagte die in Oberösterreich lebende Vorarlbergerin nach dem Kampf. Feiern war angesagt, wohl auch mit Weltmeisterin Buchinger, für die sich Plank "riesig" freute.

Zuvor hatte Seriensieger Rafael Agajew aus Aserbaidschan einen umjubelten Auftritt in der Kumite-Klasse bis 75 Kilo hingelegt und sich gegen Omar Abdel-Rahman aus Ägypten sein fünftes Gold bei Weltmeisterschaften geholt. Insgesamt glänzt bisher Japan mit zwei Goldenen, Ayumi Uekusa (68+) sowie ihr Kollege Ryutaro Araga (-84) holten den Sieg in ihren Kumite-Bewerben. Die Französin Emilie Thouy (-55), die Ägypterin Giana Lotfy (-61) und der Iraner Sajad Ganjzadeh (84+) sind nun ebenfalls Kumite-Weltmeister.

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