Sa, 18. November 2017

Berufsclown:

25.10.2016 12:18

„Das sind Menschen, die selbst Angst haben“

Die Horror-Clowns treiben in Österreich ihr Unwesen und bringen damit auch jene in Verruf, die als echte Clowns eigentlich Spaß und Freude unter die Leute bringen wollen. Doch was treibt einen Menschen an, sich als (Grusel-) Clown zu verkleiden? Klaus Werner-Lobo, ehemaliger Wiener Landtagsabgeordneter der Grünen und Berufsclown, spricht im "Krone"-Livetalk über Horror-Clowns, Narrenfreiheit und Maskerade.

"Clowns haben immer in der Geschichte die Narrenfreiheit genutzt, um Konventionen zu brechen, Mächtige zu kritisieren und den Menschen die Angst zu nehmen", so Werner-Lobo über die Motivation, Clown zu werden. Das sei der große Unterschied zwischen echten Clowns und denen, die sich als Grusel-Clowns verkleiden, um die Menschen zu erschrecken.

"Die wollen Menschen Angst machen. Echte Clowns hingegen nehmen den Menschen die Angst, etwa die Angst, zu scheitern oder lächerlich zu sein. Ein Clown fürchtet sich nicht davor, selbst lächerlich zu sein", sagt der ehemalige Wiener Grüne.

Grusel-Maskerade soll Emotionen verstecken
Den Grusel-Clowns hingegen gehe es hauptsächlich um Aufmerksamkeit, besonders in sozialen Netzwerken, sagt Werner-Lobo. Für wirklich gewaltbereit hält er die Grusel-Clowns aber nicht: "Das sind Menschen, die Angst haben, vielleicht sogar psychische Störungen haben. Deswegen setzen sie ja auch Vollmasken auf. Auch das unterscheidet sie von echten Clowns, die oft nur eine rote Nase haben." Diese Maskerade diene dazu, die wahren Emotionen der Grusel-Clowns zu verstecken.

Dass das Bundeskriminalamt den Grusel-Clowns mittlerweile auch mit harten Strafen droht, sieht Werner-Lobo nicht unbedingt negativ: "Wenn hier Menschen, besonders Kinder, gefährdet werden, dann wünsche ich mir schon, dass da hart durchgegriffen wird und damit Schluss gemacht wird."

Keine Angst vor Halloween
Vor Halloween muss man sich aber nicht fürchten, meint der Berufsclown: "Wenn einem ein Grusel-Clown über den Weg läuft, geht man am besten einfach weg. Man kann davon ausgehen, dass die sich eh selbst mehr fürchten. Ich werde sicher auch zu Halloween auf die Straße gehen."

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