Di, 24. Oktober 2017

Strache bleibt stur:

24.10.2016 23:27

„Lassen uns den Begriff Gott nicht nehmen!“

Nach seiner mittlerweile traditionellen Rede "zur Lage der Nation" kurz vor dem Nationalfeiertag hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auch im ORF die neuen Wahlplakate seines Hofburg-Kandidaten Norbert Hofer verteidigt. "Wir lassen uns den Begriff Gott nicht nehmen", sagte der Bundesparteiobmann am Montagabend im Gespräch mit "ZiB 2"-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher. Der Gottesbezug hatte bekanntlich für Diskussionen gesorgt.

"Ein Kandidat, der seinen christlichen Glauben öffentlich macht, sollte das 2. Gebot (nach katholischer und lutherischer Zählung) kennen", wies der evangelische Superintendent der Diözese Salzburg/Tirol, Olivier Dantine, am Wochenende auf das Gebot "Du sollst den Namen Gottes nicht achtlos aussprechen" hin. "Da wird Gott missbräuchlich als Chiffre für eine 'abendländische Kultur' verwendet, und, weil als Wahlkampfmotto benutzt, wird Gott für das Wahlprogramm in Beschlag genommen", hieß es in einem Posting auf Facebook. Ein solches Wahlkampfmotto missachte zudem die Trennung von Staat und Kirche.

Auch der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka, meldete sich auf Twitter zu Wort. Seine klare Botschaft an Hofer: "Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen."

Für Islamische Glaubensgemeinschaft ein "No-Go"
Am Montag gesellte sich auch der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) dazu. Ibrahim Olgun stellte klar: "Jegliche Art der Instrumentalisierung religiöser Inhalte ist für unsere Gesellschaft nicht tragbar." Für die IGGiÖ ist jede Art religiöser Inhalte in einer politischen Kampagne - unabhängig von der jeweiligen Glaubensgemeinschaft - ein "No-Go". Das würde auch den Wahlkampf-Rahmen sprengen. Olgun: "Das demokratische Wahlrecht funktioniert nur durch die aktive Teilnahme des Individuums und dessen Entschluss."

Strache: "Das hat nichts mit Missbrauch zu tun"
Strache will die Empörung ganz und gar nicht verstehen. "Wir sagen 'Grüß Gott' oder 'Um Gottes Willen'. Das ist für uns selbstverständlich", wunderte sich der FPÖ-Chef im ORF-Interview und wies auch darauf hin, dass die Gelöbnisformel bei der Angelobung des Bundespräsidenten seit der Amtszeit von Rudolf Kirchschläger wieder oft verwendet worden sei. Das habe nichts mit Missbrauch zu tun, vielmehr mit dem "Zeigen von Wertigkeit".

Hofer aus katholischer Kirche ausgetreten
Hofer war, wie berichtet, 2009 aus der katholischen Kirche ausgetreten und ist nun Mitglied der evangelischen Kirche. Er erklärte bei der Präsentation der neuen Plakatwelle am vergangenen Freitag, er sei von der katholischen zur evangelischen Kirche gewechselt, weil dort Frauen Pfarrer werden dürfen. Seine Frau und seine Kinder seien aber katholisch. Mit seinem Wahlkampfslogan "In eurem Sinne entscheiden. So wahr mir Gott helfe" hat er nun für gehörigen Wirbel gesorgt.

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