Mo, 23. Oktober 2017

Karatekas sind heiß

23.10.2016 21:09

„Glücksfall Heim-WM“

Bundestrainer Manfred Eppenschwandtner ist die Seele der rot-weiß-roten Karate-Mission in Linz. Im Kumite liegen Österreichs große WM-Medaillenchancen. Acht Salzburger sind am Start.

"Krone": Worin unterscheidet sich die WM von allen davor und was bedeutet sie für dich?
Eppenschwandtner: Diese Heim-WM ist ein Glücksfall. Österreich ist auf der Karate-Landkarte ein winziger Punkt. An 118 Nationen in Linz kann man ermessen, wie oft man so was kriegt. Vielleicht ein Mal in hundert Jahren. Die Motivation ist daheim sehr groß. Auch für mich ist es der Karriere-Höhepunkt.

"Krone": Wem von deinen Schützlingen räumst du die meisten Medaillenchancen ein?
Eppenschwandtner: Im Einzel vor allem Alisa Buchinger, Thomas Kaserer und Stefan Pokorny. Die drei trainiere ich seit Kindesbeinen. Alisa kam schon mit fünf zu mir. Ich weiß, wozu sie fähig sind.

"Krone": Alle optimal vorbereitet?
Eppenschwandtner: Alles wurde getan. Csaba Szekely hat im Olympiastützpunkt Rif die Grundlagen erarbeitet: Koordination, Kondition, Fitness. Er hat sogar den Trainingseifer bremsen müssen. Ich kümmere mich um Taktik und Technik, setze Reize.

"Krone": Als Trainer wie davor als Aktiver bist du Autodidakt, hast selbst nie einen Trainer gehabt…
Eppenschwandtner: Das waren andere Zeiten. Als ich 1968 angefangen habe, war ich schon 18. Mit ein paar Gleichgesinnter haben wir fürs Training eine Tischlerei in Gnigl umgebaut, 1977, zwei Jahre nach der Klubgründung, sensationell vier von fünf Staatsmeistern gestellt. Ich selbst war 1973 WM-Fünfter, hab zwischen 1974 und ’77 dreimal EM-Bronze geholt. Heute käme ein Amateur nicht mehr weit. Da ist eine Einrichtung wie das HSZ zur finanziellen Absicherung perfekt. Salzburg hat fünf Athleten drinnen.

"Krone": Deine Trainerlaufbahn?
Eppenschwandtner: Hat Ende der Siebziger begonnen. Thomas Schwab und Michaela Schinwald, später Franz Mauch sind da rausgekommen. Seither sind gut 5000 durch meine Hände gegangen. Aber die wenigsten sind auch wirklich gut geworden.

"Krone": Woran liegt das?
Eppenschwandtner: Für die absolute Spitze ist viel nötig: Talent, Disziplin, eiserner Wille, Durchhaltevermögen. Alisa ist ein Paradebeispiel. Am Anfang waren Österreicher Garanten für ein sicheres Weiterkommen. Speziell ihre Erfolge haben das geändert. Inzwischen wird international anerkannt, dass wir gute Arbeit leisten.

"Krone": Es gibt aber Kreise im eigenen Lager, denen diese Erfolge und die Salzburger Präsidentschaft ein Dorn im Auge ist. Für die Generalversammlung im November ist eine Palastrevolte angesagt. Belastet dich das?
Eppenschwandtner: Klar. Nicht meinetwegen - auf Bundesebene geht es auch ohne mich weiter. Aber die Sportler brauchen Kontinuität. Leiden sie, leidet der Sport. Ich appelliere, an einem Strang zu ziehen. Nur das macht stark.

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