So, 19. November 2017

Nach Brexit-Votum

23.10.2016 12:44

Britische Banken wollen noch heuer weg aus London

Britische Großbanken bereiten sich angesichts des Brexit-Votums auf einen zügigen Abgang aus Großbritannien vor. "Sie wollen das Land bereits Anfang 2017 verlassen", sagte der Chef des Lobbyverbandes BBA, Anthony Browne, der Zeitung "Observer". Kleinere Banken schmiedeten sogar Pläne, noch vor Weihnachten abzuziehen. Zehntausende Jobs stehen auf dem Spiel.

Die Lobbying-Gruppe der britischen Finanzwirtschaft, TheCityUk, rechnet mit bis zu 70.000 Arbeitsplätzen, die verloren gehen könnten, sollten die Banken abziehen. Hintergrund der geplanten Wegzüge sei die Unsicherheit über die EU-Austrittsverhandlungen.

Die britische Bevölkerung hatte sich im Juni mehrheitlich für einen Austritt aus der EU ausgesprochen. Ob das Land weiter Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinem zollfreien Warenverkehr bekommen wird, muss in den Verhandlungen geklärt werden.

Unabhängigkeit von London: Schottland will zweites Referendum
Während die Bevölkerung in England und Wales damals mehrheitlich für den Brexit stimmte, wollten die Schotten und die Nordiren, dass das Land Teil der EU bleibt. Schottlands Regierung will die Bürger in einem erneuten Referendum über die Unabhängigkeit von London abstimmen lassen.

Britische Premierministerin will EU-Austritt Ende März erklären
Die britische Premierministerin Theresa May will hingegen bis spätestens Ende März des kommenden Jahres offiziell den EU-Austritt Großbritanniens erklären. Wie ihr Büro am Sonntag mitteilte, ist für Montag ein Treffen mit der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon, dem walisischen Regierungschef Carwyn Jones und der Regierungschefin Nordirlands, Arlene Foster, geplant. Inhalt der Begegnung seien Gespräche, "wie die Regierungen zusammenarbeiten können, um das beste Abkommen für Großbritannien zu erreichen", hieß es.

May will demnach die Vertreter der Landesteile des Vereinigten Königreichs dazu aufrufen, mit der britischen Regierung zusammenzuarbeiten, "um Wohlstand und Jobs zu sichern und gerecht zu verteilen". "Uns vereint viel mehr als nur die Geografie und wir sind mehr als die Summe unserer Landesteile", so May. Sie erhoffe sich von dem Treffen am Montag den "Beginn einer neuen Partnerschaft" zwischen der Zentralregierung und den Landesteilen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden