Sa, 18. November 2017

Vorfall in Venezuela

23.10.2016 11:58

Kampfbomber fängt Flugzeug mit 200 Passagieren ab

Ein kolumbianisches Linienflugzeug ist von einem venezolanischen Kampfbomber abgefangen und aus dem Luftraum Venezuelas geleitet worden. Die Piloten hatten am Freitagabend (Ortszeit) gemeldet, dass sich ein weiteres Flugzeug in unmittelbarer Nähe befinde, wie das kolumbianische Verteidigungsministerium mitteilte.

Ein Suchoi-Jagdbomber geleitete vier Minuten lang die Avianca-Maschine mit 200 Passagieren an Bord auf dem Flug von der spanischen Hauptstadt Madrid in die kolumbianische Hauptstadt Bogota. Die kurze Entfernung zwischen beiden Maschinen aktivierte das Kollisionswarnsystem des Passagierflugzeugs, berichtete der Sender "Blu Radio". Der Pilot nahm sofort Kontakt zu den kolumbianischen Luftfahrtbehörden auf und änderte die Flugroute.

Kolumbiens Präsident: "Kein Grund zu weiterer Sorge"
Die Verteidigungs- und Außenministerien beider Länder nahmen Kontakt auf. Venezuelas Regierung habe den Vorfall bestätigt und eine Untersuchung versprochen, teilte das Verteidigungsministerium Kolumbiens mit. Es bestehe kein Grund zu weiterer Sorge über die Flugsicherheit, sagte Staatschef Juan Manuel Santos am Samstag.

Avianca hat vorerst alle Flüge nach Venezuela suspendiert und die Flugrouten nach Europa außerhalb des venezolanischen Luftraums umgeleitet, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Die Gesellschaft warte darauf, dass Venezuela die für den Flugverkehr erforderliche Sicherheit garantiere, sagte eine Avianca-Sprecherin der Nachrichtenagentur AP.

Avianca ist eine der wenigen ausländischen Fluggesellschaften, die die venezolanische Hauptstadt Caracas noch anfliegen. Mehrere Flugunternehmen hatten zuletzt den Verkauf von Flugtickets an Venezolaner eingestellt. Grund dafür ist eine Entscheidung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro, Mittel in Höhe von insgesamt 3,8 Milliarden Euro, die die Unternehmen in Venezuela halten, einzufrieren.

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