Di, 12. Dezember 2017

Expertenbericht

22.10.2016 08:51

UNO wirft Assad-Armee weiteren Giftgasangriff vor

Ein UNO-Untersuchungsbericht hat einen weiteren Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Armee bestätigt. Regierungstruppen hätten im März 2015 bei einem Angriff im Dorf Kmenas Giftgas eingesetzt, heißt es in dem am Freitag dem UNO-Sicherheitsrat vorgelegten Dokument. Es beruht auf einer monatelangen Untersuchung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen.

Laut den Expertenerkenntnissen warfen Hubschrauber Fassbomben ab, durch die dann Chlorgas freigesetzt worden sei. In dem Bericht werden zwar konkrete Luftwaffeneinheiten genannt, die an der Operation beteiligt gewesen seien, die Namen der Verantwortlichen konnten die UNO-Sachverständigen aber nicht ermitteln. Chlorgas verwandelt sich in der Lunge in Salzsäure und führt zu Verätzungen sowie Ersticken.

In einem früheren Bericht waren dem syrischen Regime bereits zwei Chlorgasangriffe - in Talmenes im April 2014 und in Sarmin im März 2015 - angelastet worden. Außerdem sollen Extremisten des IS Senfgas eingesetzt haben.

Syrien-Krieg: EU erwägt neue Sanktionen gegen Russland
Der Untersuchungsbericht könnte den Konflikt über Syrien im UNO-Sicherheitsrat weiter anheizen. Die Vetomacht Russland stellt sich gegen westliche Versuche quer, das Vorgehen des syrischen Regimes zu verurteilen. Moskau ist wegen seiner Beteiligung an den Bombenangriffen auf die strategisch wichtige Stadt Aleppo unter Druck geraten, die EU erwägt wegen der Gräueltaten in der früheren Millionenmetropole neue Sanktionen gegen Russland.

Der Einsatz von Chlorgas ist durch die seit 1997 geltende Chemiewaffenkonvention verboten. Syrien trat dieser internationalen Übereinkunft im Jahr 2013 bei. Damals versprach das Bürgerkriegsland, seine Chemiewaffen zu zerstören. In einer vom UNO-Sicherheitsrat beschlossenen Resolution wurde Syrien mit Zwangsmaßnahmen nach Artikel 7 der UNO-Charta gedroht, sollte es zu einem Einsatz von Chemiewaffen kommen.

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