Mo, 20. November 2017

Dschihad-Goodies

20.10.2016 12:23

Schweden: Gratis-Führerscheine für IS-Heimkehrer?

Eine schwedische Stadt lässt mit einer umstrittenen Idee aufhorchen: Um aus Syrien und dem Irak heimkehrenden IS-Kriegern die Reintegration in Schwedens Gesellschaft zu erleichtern, sollen die ehemaligen Kämpfer im Universitätsstädtchen Lund eine Reihe von Begünstigungen erhalten. Zu diesen Dschihad-Goodies zählen Gratis-Führerscheine, geförderte Wohnungen und Steuererleichterungen.

Der Plan von Lunds Behörden basiert auf einer Publikation des Kriminologen Christoffer Carlsson, der der Ansicht ist, dass die von den Kriegsereignissen traumatisierten Rückkehrer die Wiedereingliederung in die Gesellschaft nur dann bewältigen können, wenn sie Unterstützung erhalten. "Um diese Leute zu reintegrieren, brauchen sie Jobs, Unterkünfte, und sie müssen ihre Schulden tilgen können."

Ähnliche Pläne in anderen schwedischen Städten
Liberale Stimmen, wie etwa Lunds Flüchtlingskoordinatorin Anna Sjöstrand, sind der Ansicht, dass die Ex-Dschihadisten eine zweite Chance erhalten sollten. "Wir können nicht sagen, dass diese Leute, nur weil sie einmal eine falsche Entscheidung getroffen haben, nicht mehr zurückkommen dürfen." Ähnliche Pläne wie in Lund gibt es in Schweden auch in den Städten Örebro, Borlänge und Malmö.

Harsche Kritik von vielen Seiten
Die Zahl der Kritiker ist jedoch groß. Man vergesse dabei auf die Opfer der IS-Terroristen, wird gemahnt. Polizisten wiederum warnen davor, dass nicht alle Heimkehrer auch tatsächlich bekehrt wurden und ihre Kampferfahrung und ihr breites Netzwerk an internationalen Kontakten für Verbrechen und Terror nutzen könnten.

300 Schweden zogen in den Dschihad
Rund 300 Extremisten haben Schweden bisher verlassen, um in Syrien und im Irak mit der IS-Miliz zu kämpfen. Das skandinavische Land hat erst vor wenigen Monaten seine Anti-Terror-Gesetze verschärft.

Schweden hat laut Experten einen relativ guten Überblick über Lebensweise und Integration von Flüchtlingen, weil dort jeder jeder Asylbewerber, der eine Aufenthaltserlaubnis erhält, eine Identifikationsnummer bekommt, die er ständig vorweisen muss. Dies gelte etwa bei der Anmeldung eines Telefonanschlusses, für die Eröffnung eines Kontos oder für die Behandlung im Krankenhaus.

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