Sa, 18. November 2017

Schmutziger Vorwurf

19.10.2016 22:53

Hat Bill Clinton Journalistin sexuell belästigt?

Kurz vor dem letzten TV-Duell im US-Präsidentschaftswahlkampf hat eine ehemalige Fernsehjournalistin Ex-US-Präsident Bill Clinton wiederholte sexuelle Belästigung vorgeworfen. Die Donald Trump nahestehende Website breitbart.com veröffentlichte am Mittwoch ein Video, in dem Leslie Millwee dem Ehemann der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton vorwirft, sie unsittlich berührt zu haben. Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Jahr 1980 im US-Bundesstaat Arkansas, wo Clinton damals Gouverneur war und Millwee ihn insgesamt etwa 20 Mal interviewte.

Beim ersten Mal habe sie im Schnittraum des Fernsehsenders auf einem Stuhl gesessen, als Clinton ihr von hinten die Schultern massiert und seine Hände dann zu ihren Brüsten geschoben habe, schildert Millwee, die sich damals Leslie Derrick nannte, in dem Clip den Vorfall. Als sie ihn gebeten habe aufzuhören, habe er gelacht. Beim zweiten und dritten Mal habe er sein Geschlecht an ihr gerieben, obwohl sie ihn aufgefordert habe, aufzuhören. Clinton sei auch zu ihr nach Hause gekommen, um sie zu sehen.

Während des Skandals um die Praktikantin Monica Lewinsky im Jahr 1998 habe sie gezögert, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil ihre Kinder damals sehr klein gewesen seien, sagte sie breitbart.com. Der konservativen Website zufolge schilderte die Frau in einem 2011 veröffentlichten Buch eine etwas andere Version. Demnach fasste Clinton sie nur an die Schulter. Der Chef von breitbart.com war im Sommer von Trump zum Leiter seines Wahlkampfteams ernannt worden.

Der Sprecher von Hillary Clinton, Brian Fallon, sagte dem Sender MSNBC, er würde sich nicht wundern, wenn Donald Trump während des TV-Duells in der Nacht auf Donnerstag oder in den nächsten Tagen auf die Vorwürfe der TV-Journalistin Bezug nehme.

Trump war zuletzt durch den Skandal um seine vulgären Äußerungen über Frauen und Anschuldigungen gegen ihn wegen sexueller Übergriffe in der Vergangenheit massiv unter Druck geraten. Um wieder in die Offensive zu gelangen, hatte er sich bei der zweiten Fernsehdebatte von angeblichen Missbrauchsopfern des ehemaligen US-Präsidenten Clinton begleiten lassen.

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