Sa, 18. November 2017

Nach Königstod

19.10.2016 06:00

Thailand: Wer zu wenig trauert, dem droht Strafe

Kritik am Königshaus wird in Thailand mit einer Gefängnisstrafe geahndet. Nun greift die Regierung nach dem Tod von König Bhumibol sogar bei mangelnder Trauerhaltung von Staatsbürgern hart durch. Wie Justizminister Paiboon Koomchaya am Dienstag bekannt gab, sind Diplomaten des Landes aufgerufen, Thailänder im Ausland aufzuspüren, die sich ungebührlich verhalten und damit eine Majestätsbeleidigung begehen.

Viele Menschen empfinden schon das Tragen bunter Kleidung als Majestätsbeleidigung. Thailänder bedrohen seit Tagen Landsleute, die ihrer Ansicht nach nicht gebührend um den König trauern. So zerrte am Dienstag ein Mob einen Mann nahe Bangkok aus seinem Haus und zwang ihn, sich vor einem Porträt des Monarchen zu entschuldigen, wie Lokalmedien berichteten. Er soll etwas Despektierliches in sozialen Medien gepostet haben.

Bis zu 15 Jahre Haft für Majestätsbeleidigung
Mit dem harten Durchgreifen sollen solche Übergriffe verhindert werden, sagte ein Sprecher der Militärjunta. Majestätsbeleidigung kann mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden.

König Bhumibol war vergangene Woche im Alter von 88 Jahren gestorben. Er wurde tief verehrt. Praktisch das ganze Land trägt seit seinem Tod Schwarz. Zehntausende warten täglich vor dem Königspalast in Bangkok, um Bhumibol vor einem Porträt die letzte Ehre zu erweisen. Es wurde eine einjährige Staatstrauer ausgerufen. Das Nachtleben wird für einen Monat eingeschränkt.

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