Sa, 16. Dezember 2017

Nur Mittelmaß

17.10.2016 09:00

Die Krisen der Riesen: Rapid & Salzburg schwächeln

Vizemeister Rapid ist nur Mittelmaß, liegt schon elf Punkte hinter Sturm. Und auch bei Meister Salzburg sitzt der Frust nach dem 2:2 in Wolfsberg tief. Oben im Video sehen Sie die Highlights der Partie Rapid gegen Altach!

Vor zwei Jahren haben wir hier noch Urlaubsbilder gemacht", verabschiedete sich Altachs Trainer Canadi nach dem 1:1 aus Hütteldorf. Vielleicht gar kein Scherz. Und für Rapid sicher nicht lustig. Neues Stadion, ein 30-Millionen-Euro-Budget, der Meistertitel nach acht-jähriger (!) Durststrecke als klares Ziel, für Österreich ein Riese - und jetzt Mittelmaß. Hinter Altach. Und  bereits elf Punkte hinter Sturm. Seit einem Monat ohne Liga-Sieg. Daher gereizt.

Schaub kritisiert Medien
"Wenn die Medien auf uns draufhauen, sollen sie", knurrte Schaub. "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen." Wird schwer. So bekommt die "Grüne Hölle" schnell eine andere Bedeutung. Wenn man sich sogar  über die frühen Pfiffe einiger Fans ärgert. Nur Präsident Krammer bewahrt Ruhe: "Wenn wir aufeinander hinhauen, kommen wir nicht weiter. Wir müssen den Druck wegnehmen. Jeder ist verunsichert."

Der Weckruf von Sportchef Andreas "Reißt euch den Arsch auf" Müller ist gegen Altach verhallt. 75 Minuten war Rapid inferior. Ohne Idee, Spielwitz, Selbstvertrauen - alle von der Rolle. Was jetzt? Nur im Finish mit zehn Mann stimmte der Kampf, gelang das 1:1. Daran klammert sich  Krammer: "Wir haben ja ein Lösungsmodell."

Das hieß gegen Altach lange Bälle, mit zwei bis drei Stürmern und der Brechstange. "Unser Plan B", so Schaub. "Dabei wollen wir eher schön, nicht so wie der Rest der Liga spielen." Klappt nicht. Bis Sonntag hat Trainer Büskens jetzt Zeit, sich für die Austria etwas einfallen zu lassen. Krammer freut sich dennoch auf das Derby. Aber wenn das auch schiefgeht, dann gute Nacht!

Salzburg frustriert
Und auch Salzburg hinkt gar meisterlich hinterher: Die Nerven. Blank liegen sie in Salzburg nicht. Zumindest noch nicht. Aber die Schlussphase Samstagnachmittag in Wolfsberg spiegelt die Situation beim Meister wider: Es passt aktuell einfach zu wenig zusammen. Da schoss Torjäger Soriano mit seinem 18. Treffer gegen den WAC das 2:0 in Minute 85 - und am Ende reichte es dennoch nur zu einem 2:2. Es war das vierte Pflichtspiel in Folge ohne Sieg.

Der so leichtfertig verspielte Dreier zeigte Wirkung. Trainer Oscar ließ seinen Frust an Schiri Ouschan aus: "Vielleicht wollen die Schiedsrichter ja nicht, dass wir wieder Meister werden", sagte der Spanier nach Spielschluss im Sky-Interview verärgert. Für ihn war das Elferfoul von Caleta-Car, wofür der Kroate auch Rot sah, eine Fehlentscheidung. Ouschan bewertete diese Situation aber völlig korrekt.

Die Salzburger Kicker verließen mit hängenden Köpfen die Lavanttal-Arena. "Wir haben zwei Punkte verschenkt", sagte der 19-jährige Schlager. Und Lazaro, Torschütze zum 1:0, meinte: "Mit dem 2:0 haben wir geglaubt, dass wir durch sind. Vielleicht waren wir uns da zu sicher." Das wurde bestraft. "Durch einen Elfer den Ausgleich zu bekommen, ist natürlich bitter, aber das haben wir uns selber zuzuschreiben."

Neun Zähler hat der Meister auf Leader Sturm bereits Rückstand. Die zuletzt gezeigten Leistungen deuten nicht darauf hin, dass der Abstand kleiner wird. Im Gegenteil. Von einer Krise will der Trainer aber nichts wissen: "Ich bleibe ruhig, wenn ich nervös werde, dann werden auch meine Spieler nervös." Das sind sie teilweise schon. Wie in der Schlussphase in Wolfsberg.

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