Di, 12. Dezember 2017

Syrer ausgerastet

16.10.2016 14:40

Wien-Favoriten: Bimfahrer wurde zum Lebensretter

Nur um Haaresbreite dürfte jener Asylwerber (23), der am Samstag in Favoriten randaliert hatte und dabei auf eine Bim geklettert war, einem tödlichen Stromschlag entgangen sein. Zu verdanken hat er das wohl dem beherzten Eingreifen des Straßenbahnfahrers, der in allerletzter Sekunde eine Notabschaltung des Stromflusses in der Oberleitung veranlasste.

Der junge Syrer hatte sich unter lauten Schreien mitten auf der Straße wild gebärdet. Wie berichtet, warf er sich zunächst vor der herannahenden Bim auf die Gleise, rannte dann quer über eine Kreuzung und sprang auf ein Auto. Dann nahm er Anlauf, lief noch einmal frontal auf die Straßenbahn zu und erklomm diese mit einem Sprung.

"Man hörte es deutlich knistern"
Wie in dem Video (oben) einer Zeugin zu sehen ist, riss der Mann dann auf der Bim stehend die Arme empor und griff nach den Starkstrom-Oberleitungen. Das gelang ihm auch teilweise, doch der vermutlich tödliche Stromschlag blieb aus. "Man hörte es deutlich knistern, was wohl auf eine statische Entladung (die ungefährlich ist, Anm.) zurückzuführen war", sagte Thomas Keiblinger von der Wiener Polizei im Gespräch mit krone.at.

Doch was war geschehen? Zu verdanken hat der Asylwerber, der - wie derzeit ermittelt wird - Suizidabsichten gehabt haben könnte, sein Überleben wohl nur dem geistesgegenwärtigen Handeln des Straßenbahnfahrers und einem Wiener-Linien-Mitarbeiter in der Leitstelle. Der Bim-Chauffeur, der die Situation aus seinem Fahrerhaus verfolgte, erfasste die lebensgefährliche Lage, in die sich der Syrer manövriert hatte, sofort und reagierte rasch.

Strom von Leitstelle aus abgestellt
Der Straßenbahnfahrer alarmierte die Leitstelle, woraufhin von dort aus ein Mitarbeiter die Stromzufuhr zu den betreffenden Leitungen unterbrach. So retteten Fahrer und Leitstellen-Korrespondent dem Syrer das Leben. Da die Garnitur bei der Aktion des 23-Jährigen unbeschädigt blieb, setzte der Bim-Fahrer seine Fahrt fort, nachdem die Strecke wieder frei war. Er werde im Zuge der Erhebungen noch befragt, so der Polizeisprecher. Die Exekutive muss den Lenker allerdings erst identifizieren.

"Ärztliche Betreuung geht vor"
Der Syrer befindet sich nun in Spitalsbehandlung. "Die ärztliche Betreuung geht jetzt vor", stellte Keiblinger klar. Erst dann wird eine Befragung des Mannes stattfinden. Derzeit werde jedenfalls wegen Eigen- bzw. Fremdgefährdung ermittelt. "Ob strafrechtlich dann noch etwas übrig bleibt", werde man erst sehen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden