Mo, 20. November 2017

Gewagter Vorschlag

15.10.2016 14:48

Neuer UNO-Chef für globale Flüchtlingsverteilung

Mit einer durchaus gewagten Idee in Sachen Flüchtlingskrise hat der designierte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres aufhorchen lassen. Im Interview mit dem deutschen "Focus" sprach er sich für eine weltweite Verteilung von Flüchtlingen aus - nach dem Vorbild der "Boat People" aus Vietnam in den 1970er-Jahren.

Länder wie der Libanon, die Türkei oder Jordanien müssten von dem enormen Druck der Flüchtlinge befreit werden, sagte Guterres. "Wir müssen sie viel stärker als bisher unterstützen und die Flüchtlinge weltweit verteilen." Dazu brauche es ein groß angelegtes und effizientes Verteilungssystem.

Verteilung nach Vorbild der "Boat People"
Nicht nur Europa, sondern auch Nord- und Lateinamerika oder Australien müssten Flüchtlinge aus den großen Krisenregionen aufnehmen. Dafür gebe es auch ein Vorbild aus den 1970er-Jahren, als die gesamte Weltgemeinschaft den "Boat People" aus Vietnam geholfen habe, so der designierte Nachfolger von Ban Ki Moon.

Wegen des Vietnamkrieges waren damals 1,6 Millionen Menschen per Boot geflüchtet. Die meisten Boote trugen zwischen 150 und 600 Personen, waren überladen und baufällig. Oft kenterten die Boote in den unberechenbaren Monsun-Winden oder sie wurden von Piraten angegriffen. Fast 250.000 "Boat People" fanden im Südchinesischen Meer den Tod. International löste das Schicksal der Vietnamesen damals eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, viele Länder erklärten sich bereit, Flüchtlinge aufzunehmen.

"Konflikte verhindern, Klimawandel eindämmen"
Der designierte UNO-Generalsekretär kennt die Problematik der weltweiten Flüchtlingsströme zu nur gut - Guterres war viele Jahre als Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen tätig. Der frühere portugiesische Regierungschef sprach sich auch für einen Mentalitätswechsel bei der UNO aus: Die Organisation müsse sich viel stärker als bisher dafür einsetzen, dass Krisen gar nicht erst entstünden. "Die Diplomatie soll Konflikte verhindern, aber wir müssen auch die Lebensbedingungen, die Sicherheit und die Menschenrechte fördern und die Folgen des Klimawandels eindämmen."

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