Di, 21. November 2017

Badegast-Beschwerde

14.10.2016 18:59

Budapest: Thermalbad wirft Burkini-Trägerin hinaus

Zwei Burkini-Trägerinnen sind wegen ihrer Bekleidung aus dem Budapester Szecsenyi-Thermalbad hinauskomplimentiert worden. Man habe die beiden Frauen am 9. Oktober aufgefordert, das Bad zu verlassen, weil sich ein anderer Badegast über die Burkinis beschwert habe, zitierte das regierungskritische Nachrichtenportal "444.hu" am Freitag die Leitung der Badeanstalt.

Der Begriff Burkini steht für eine Badekleidung für Musliminnen, die bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperpartien bedeckt. Der Ganzkörper-Badeanzug verletze die seit Juli dieses Jahres geltende neue Hausordnung, erklärte die Leitung der Badeanstalt. Danach dürfe ein ordnungsgemäßer Badeanzug auf Anraten des Amtsarztes den Körper nur von den Knien bis zur Schulter bedecken. Es sei verboten, beim Schwimmen Kleider zu tragen, die wegen Unfallgefahr, aus Gesundheitsgründen und für die Wasserqualität "bedenklich" seien.

Über die Herkunft der betroffenen Frauen im Alter von etwa 30 und 70 Jahren wurde nichts bekannt. In Ungarn leben kaum Muslime. Allerdings ist Budapest auch für viele muslimische Touristen eine Attraktion, darunter das prächtige, klassizistische Szecsenyi-Bad. Ungarns rechtsnationale Regierung benutzt in ihrer Propaganda gegen Flüchtlinge stets auch den "mit Europa unvereinbaren Islam" als Argument.

Burkini-Trägerin auch in Wien aus Becken verwiesen
Einen ähnlichen Vorfall hatte es Anfang September auch im Wiener Stadthallenbad gegeben. Auch dort wurde eine Frau, die einen Burkini trug, aus dem Becken verwiesen.Seitens der Wiener Sportstätten hieß es als Begründung, dass der muslimische Badeanzug nicht den Hygienestandards entsprochen habe, weil er aus Baumwolle gewesen sei. Die betroffene Muslimin allerdings bestritt den Vorwurf.

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