Mi, 22. November 2017

Wirbel im Norden

14.10.2016 15:58

122 Einwohner, 30 Flüchtlinge? Ein Ort zittert!

Droht jetzt ein Flüchtlings-Notstand in Niederösterreich? "Wir sind an der Kapazitätsgrenze. Es gibt keinen Platz mehr für die Betreuung zusätzlicher Asylwerber", schlug die VP kürzlich Alarm. Im Waldviertel sollen aber nun doch weitere Betreuungsstellen eingerichtet werden. In der Region tobt deshalb eine heftige Diskussion.

Ein Verhältnis, das vielen Angst macht: Im 122-Einwohner-Ort Obernondorf sollen bis zu 30 Flüchtlinge einquartiert werden. Ein leer stehendes Haus könnte schon bald als Quartier dienen. Pikant: Da in der gesamten Gemeinde Waldhausen angeblich bisher kein Flüchtling untergebracht ist, könnten bis zu 24 in der Großgemeinde angesiedelt werden. Doch wenn alle in den kleinen Ort kämen, wäre gelebte Integration wohl schwierig.

In der Dorfgemeinschaft gehen jedenfalls die Wogen hoch. Asyl-Landesrat Maurice Androsch, selbst Waldviertler, will diese Gerüchte nicht weiter anheizen: "Noch ist kein Begehr zu einer Quartierschaffung in diesem Ort bei uns eingelangt." Also kann man offiziell auch gar nicht prüfen - und erst im Zuge dessen werde die Zahl der zu vergebenden Plätze entschieden. In der Gemeinde ist außerdem zu hören, dass in dem betroffenen Gebäude wohl kaum Platz für 24 Menschen sei. In den kommenden Tagen soll jedenfalls die Bevölkerung informiert werden.

Insgesamt werden derzeit in Niederösterreich 13.898 Schutzsuchende vom Land betreut, außerdem sind von Enns bis Leitha weitere 936 in Bundesbetreuung - natürlich vor allem im Lager in Traiskirchen.

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