Mi, 22. November 2017

Öffi-Jahreskarte

13.10.2016 21:15

330 € zahlen Innsbrucker

Warum schafft es das mit Salzburg durchaus vergleichbare Innsbruck das Öffi-Jahresticket um derzeit noch 330 Euro anzubieten und die Mozartstadt nicht? Es war der politische Wille und der öffentlich Druck auf die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB), der die Tarifreform durchbrachte: Die Jahreskarte wurde von 462 Euro auf 330 Euro gesenkt, dafür stiegen die Preise bei den darunter liegenden Ticketkategorien an.

Seit 1. Jänner 2015 fahren die Innsbrucker mit Tram und Bus um diesen Tarif, die Stadt sponserte ordentlich Steuergeld in das städtische Tochterunternehmen dazu, um das Ticket stützen zu können: Der Erfolg ließ nicht auf sich warten: 12.000 Nutzer kamen neu dazu, die Fahrgastzahlen stiegen insgesamt um 9 Prozent auf 53 Millionen jährlich an - Tendenz steigend. Doch nun knickt auch die Tiroler Landeshauptstadt - ähnlich wie Salzburg mit dem 366 Euro Ticket - unter dem Kostendruck wieder ein: Der Stadtsenat beschloss am Mittwoch eine Erhöhung auf immer noch relativ billige 350 Euro ab 2017, um die gestiegenen Personalkosten wieder in den Griff zu bekommen. Das Wahlversprechen hielt somit genau zwei Jahre.

In Salzburg kostet gleiches Ticket 379 Euro

Innsbruck will den IVB durch die Erhöhung 600.000 Euro zukommen lassen, um wiederum weniger Steuergeld in die Betriebe zu pumpen und den Stadthaushalt zu konsolidieren. Dafür wird auch das Straßenbahn-Netz ordentlich auf Kredit ausgebaut, 150 Millionen Euro holte sich der Stadtsenat bei der Europäischen Investitionsbank zu einem Zinssatz von unter einem Prozent (Salzburgs Landesrat Hans Mayr schlug ein ähnliches Vorgehen bei der Stadtregionalbahn vor). Das Darlehen war nötig, da sämtliche Rücklagen für Sanierungen - wieder ähnlich in Salzburg mit Spaßbad, Campus Gnigl und Seniorenheime - wie das Landestheater oder die neue Berg Isel-Schanze drauf gingen. Dafür fahren bald die Straßenbahnlinien noch weiter über die Stadtgrenzen in die Umlandgemeinden hinaus und docken dort an die S-Bahnhöfe an.

150 Millionen-Kredit für Tram-Ausbau in Tiro

Im Unterschied zu Salzburg hat die Stadt Innsbruck aber bei seinem Tochterunternehmen viel mehr mitzureden (das Land hat nur 4 Prozent Anteil), während in Salzburg die Preisgestaltung alleine und hauptsächlich mehreren Anbietern (Salzburg AG, Albus) unterliegt, deren Preisvorstellungen über den Salzburger Verkehrsverbund unter einen Hut gebracht werden und dann noch bezuschusst werden müssen: Der Tiroler Verkehrsverbund ist wieder ein eigener Rechnungskreis, erfolgreich sind dort die sechs S-Bahnlinien, auf einigen Strecken sogar mit einem Takt von 15 Minuten. Das schwarz-grün regierte Land Tirol ringt außerdem ähnlich wie Salzburg um ein landesweites Ticket unter 500 Euro, von den 365 Euro hat man sich aber längst verabschiedet. In Salzburg soll das nach jetzigem Stand nach Bezirken passieren - und auch das 365 Euro-Ticket für die Stadt soll wieder kommen. Die Stadt gab für 2017 rund 300.000 Euro frei, ob es am Ende klappt, hängt noch vom Verhandlungsgeschick und dem Budget von Landesrat Mayr ab.

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