Sa, 25. November 2017

„Internet der Dinge“

13.10.2016 14:07

Foxconn steigt bei Linzer Softwarehaus S&T ein

Die börsennotierte Linzer IT-Konzern S&T AG verschränkt sich mit dem taiwanesischen Apple-Zulieferer Foxconn und der deutschen Kontron, um gemeinsam für das "Internet der Dinge" aufzurüsten. Foxconn steigt über die Tochtergesellschaft Ennoconn bei S&T als neuer Hauptaktionär ein, den Erlös aus einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung steckt S&T in den Kauf von fast 30 Prozent der Augsburger Kontron.

S&T-Konzernchef Hannes Niederhauser kennt die Kontron ausgezeichnet: Kontron war ursprünglich eine BMW-Tochter, wo Niederhauser mit einem Partner ein Management-Buyout machte und dann 10 Jahre lang an der Spitze stand. Die Gespräche mit Foxconn hätten sich ergeben, da die Taiwanesen bereits in eine Kontron-Tochter in Kanada investiert waren, erläuterte Niederhauser. S&T werde als neuer Hauptaktionär auch Einfluss nehmen, dass die Kontron profitabel werde. "Sobald sie profitabel ist, ist geplant die Kontron komplett zu übernehmen", sagte Niederhauser.

Ziel sei, gemeinsam Anwendungen für das "Internet der Dinge" - Industrie 4.0 zu entwickeln. S&T sei ein Software-Anbieter, Foxconn könne als weltweit größter Hardware-Anbieter viel beitragen, und Kontron habe eine gute Kunden-Basis - "Gemeinsam sollte man das schaffen", ist Niederhauser zuversichtlich. Die S&T bleibe jedenfalls in Linz, so Niederhauser: "Da gefällts uns."

Firmen wollen Synergien nutzen
Begründet wird der Deal auch in der Ad-hoc-Aussendung mit den erwarteten Synergie-Effekten: Die Foxconn-Gruppe verfüge in den Bereichen Embedded Computersysteme und Datenfunk als weltweit führender Hersteller über effiziente Entwicklungs- und Produktionskapazitäten, Kontron als ehemaliger Marktführer im Embedded-Computer-Segment über eine breite Kundenbasis. "Gemeinsam mit den Software-Engineering-Ressourcen von S&T haben die Gesellschaften im Marktsegment 'Internet-of-Things' bzw. Industrie 4.0 das Potenzial, eine global führende Rolle einzunehmen", heißt es.

S&T AG ist mit rund 2400 Mitarbeitern und Niederlassungen in 20 Ländern weltweit tätig. Die Ennoconn Corporation ist ein Tochterunternehmen des weltweit größten Elektronikherstellers Hon Hai Precision Industry, der unter der Marke Foxconn unter anderem als Produzent der Apple iPhones bekannt ist. Gewerkschaften und Menschenrechtsaktivisten kritisieren seit Jahren die Arbeitsbedingungen in den Foxconn-Fabriken. Der Druck auf die Mitarbeiter sei sehr hoch, die Löhne zu niedrig. Alleine 2010 nahmen sich 13 Mitarbeiter das Leben. Immer wieder kam es zu Protesten. 2012 lieferten sich 2.000 Mitarbeiter eine Massenschlägerei in einem Werk in China.

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