Sa, 18. November 2017

Neue Kriegstaktik

13.10.2016 13:43

IS-Terroristen töten Kurden mit Sprengstoffdrohne

IS-Terroristen im Nordirak haben mithilfe einer Sprengstoffdrohne zwei kurdische Kämpfer getötet. Die Aktion markiert einen Wendepunkt im seit Jahren tobenden Krieg im Irak und Syrien: Nutzte der IS Drohnen bisher vor allem zur Aufklärung, scheinen die in die Enge getriebenen Dschihadisten sie nun als fliegende Bomben auf ihre Gegner zu hetzen.

Der Zwischenfall ereignete sich im Nordirak: Kurdische Kämpfer entdeckten laut einem Bericht der "New York Times" im Zuge einer Patrouille eine verdächtige Drohne und schossen das Fluggerät ab. Sie packten die Drohne ein und brachten sie in ihre Basis, um sie dort näher zu untersuchen.

Dort nahm das Drama seinen Lauf: Beim Versuch, ins Innere der Drohne vorzudringen, explodierte das unbemannte Fluggerät und riss zwei kurdische Peschmerga-Kämpfer in den Tod. Einem Bericht der französischen Zeitung "Le Monde" zufolge wurden außerdem zwei französische Elitesoldaten verletzt, die sich im Camp aufhielten.

Sprengstoffdrohnen nun Teil der IS-Strategie
Den Berichten zufolge markiert der Vorfall einen Strategiewechsel beim IS. Bisher nutzten die Dschihadisten günstige Hobby-Drohnen wie die via Amazon erhältliche DJI Phantom vor allem zur Aufklärung, nun verwandeln sie sie in fliegende Bomben. "Wir hätten darauf vorbereitet sein sollen, aber wir waren es nicht", sagt P. W. Singer, ein Robo-Waffenspezialist des US-Thinktanks New America, im Gespräch mit der "New York Times".

General Sean MacFarland, der lange Zeit im Irak stationiert war, pflichtet ihm bei: "Wir haben es mit einem Feind zu tun, der mit der Zeit lernt", sagt er über den IS. Die Dschihadisten hätten in den letzten Wochen mindestens zwei weitere Male versucht, ihre Gegner mit Sprengstoff-Drohnen anzugreifen. Den Sprengstoff tarnten die IS-Terroristen dabei als Akku. Opfer forderte jedoch erst der jüngste Angriff auf die kurdischen Kämpfer im Nordirak.

US-Armee warnt nun vor Sprengstoffdrohnen
Die US-Armee zieht aus den jüngsten Vorfällen im Irak ihre Konsequenzen: Die Kommandeure der im Irak stationierten US-Truppen haben eine Warnung an ihre Soldaten herausgegeben, jede Art von kleinem Fluggerät als potenziellen Sprengsatz zu betrachten und entsprechende Vorsicht walten zu lassen. Die US-Streitkräfte warnen insbesondere angesichts der bevorstehenden Schlacht um die nordirakische Großstadt Mossul vor Drohnenschlägen der Dschihadisten.

Dort wurde der IS in den vergangenen Monaten mit US-Luftschlägen und Bodenoffensiven der irakischen Armee bereits zurückgedrängt, die Befreiung der Stadt wird seit geraumer Zeit vorbereitet. Doch die in die Enge getriebenen Terroristen, die Mossul seit Juni 2014 besetzt halten, bereiten sich auf den Angriff vor. Gut möglich, dass die irakische Armee beim Sturm auf Mossul ebenfalls auf Sprengstoffdrohnen trifft.

Aus dem Video-Archiv: Drohne überfliegt die Hölle von Aleppo

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